Montag, Juli 24, 2006

Brauereisterben: Spekulationen.

Ulrich Kallmeyer, der Chef der Radeberger Gruppe äußert sich in einem Interview des Focus vom 24. Juli 2006: "Radeberger will größter Bierbrauer werden".

Interessant ist aus der Sicht der Gastronomie, daß die Radeberger Gruppe im Herbst dieses Jahres neue Biermixgetränke auf den Markt bringen will. Unter welchem Markennamen wurde nicht gesagt. Zuletzt hatte Jever ein Jever Lime vorgestellt. Wobei ich mir die Anmerkung nicht verkneifen kann, daß im Frühjahr 2006 ein Radler als Innovation zu verkünden, also 84 Jahre nach seiner "Erfindung" durch Franz Xaver Kugler, Bände spricht über die Innovationsfreunde der Radeberger Gruppe.

Sensationell ist die Aussage gewesen, in Deutschland kämen für die Radeberger Gruppe auch Zukäufe von Brauereien mit über 1 Million Hektoliter per anno in Frage. Soviele gibt es ja nicht mehr, die nicht schon zu Inbev, Heineken oder der Radeberger Gruppe gehören, nämlich nur Warsteiner, Veltins und Erdinger. Wobei der Radeberger-Chef Warsteiner ausschloß, was man nachvollziehen kann.

Geschockt hat mich weniger die Frage des Interviewers, ob auch Interesse an der Münchener Augustiner-Bräu bestünde (die Radeberger Gruppe hat ja bislang nicht allzuviele Biere, die über meine Lippen kommen), als vielmehr die Antwort, die einen Kauf der Augustiner-Bräu nicht ausschließt. Wenn die letzte Münchener Privatbrauerei (mal abgesehen von Gasthausbrauereien und der staatlichen Höfbräu) auch noch ihre Unabhängigkeit verlöre, würde wohl nicht nur mir das Herz brechen.