Freitag, Juli 28, 2006

Die Wochenzeitung "Die Zeit" blamiert sich.

Meinem Artikel "Was ist bei der Namenswahl gastronomischer Objekte zu beachten?" kann ich ein weiteres Beispiel hinzufügen. Rechtsanwalt Udo Vetter verweist in seinem law blog auf einen Bericht in der Berliner Morgenpost ("Großverlag verliert Klage gegen Bistro"), wonach die Wochenzeitung "Die Zeit" den Berliner Bistrobesitzer Serdar Yildirim verklagt habe. Er hatte sein Lokal "Brotzeit" genannt. Vor dem Landgericht Berlin ist der Bucerius-Verlag damit aber gescheitert. Die Richter konnten keine Verwechslungsgefahr erkennen.

Daß ausgewachsene Juristen (ich vermute zumindest mal, daß beim Bucerius-Verlag solche beschäftigt sind) auf die absurde Idee kommen, den Begriff "Zeit" besetzen zu wollen wie weiland andere einen Buchstaben und eine Farbe, bleibt mir ein Rätsel. Wenn schon, solle man gegen andere Zeitungen vorgehen wie "Abendzeitung", "Ärzte-Zeitung", Aichacher Zeitung und viele mehr. Zumindest wenn man sich noch einmal lächerlich machen will.

Daß der Bucerius-Verlag sich ausgerechnet Hamburg und nicht Berlin als Gerichtsort ausgesucht hat, verwundert mich nicht. Zum einen würgt man damit dem kleinen Berliner Gastronomen den Aufwand rein, sich in Hamburg vor Gericht vertreten zu lassen. Zum anderen muß man bei Entscheidungen besonders dieses Gerichts mit allem rechnen. Es hat in diesem Fall mit einem vernünftigen Urteil überrascht.

Zur Vorgeschichte siehe: "Großverlag geht gegen Bistro-Namen vor" von Rainer L. Hein, in: Welt vom 19. Juli 2006.