Montag, Juli 24, 2006

Hoppe spielt sich auf.

Jörg-Dietrich Hoppe, der Präsident der Bundesärztekammer, hat laut einer Meldung des Tagesspiegels vom 24. Juli 2006 ("Viel Rauchum Nichts?") scharfe Kritik an dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband geübt. Es gebe keinen Nachweis, dass die Zielvereinbarung, wonach bis zum März 2006 30 Prozent der Gaststätten mindestens 30 Prozent Nichtraucherplätze anbieten müssen, erfüllt sei. Der Verband habe nur ganz wenige Betriebe befragt und deren Angaben seien nicht kontrolliert worden.
"Nur ein Drittel der bundesdeutschen Gastronomiebetriebe ist in dem Verband organisiert. An der Befragung zu den Nichtraucherplätzen beteiligten sich nur 6105 dieser 75 000 Mitglieder. Ausgewertet wurden nur 4792 der Antworten. 21,5 Prozent erklärten sich von der Zielvereinbarung nicht betroffen. Bleiben bundesweit exakt 1509 Betriebe, die die Zielvereinbarung umgesetzt haben. Und das Wörtchen 'angeblich' muss man hier auch noch hinzufügen, denn die Selbstauskünfte der Gastwirte wurden nicht einmal stichprobenartig überprüft. Kriterien für so genannte Nichtraucherplätze gab es gleich gar nicht."
Demgegenüber ist festzustellen, daß eine Zusage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes nur für deren Mitgliedsbetriebe gelten kann. Andere gastronomische Betriebe können, wenn sie denn wollen, natürlich auch Auskünfte erteilen. Zu Kontrollen, ob und wieviele Plätze in diesen rauchfrei angeboten werden, ist niemand berechtigt, weder der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband noch die Gewerbeaufsichtsämter oder die Bundesdrogenbeauftragte und schon gar nicht Ärztefunktionäre.