Sonntag, Juli 30, 2006

Weinpreiskalkulation.

Daß man Flaschenweine günstig anbieten sollte, predige ich seit langem.

In einem Artikel der Neuen Zürcher Zeitung am Sonntag vom 30. Juli 2006 über die geplante Eröffnung einer Weinbar in Zürich ("Discounter Denner steigt in die Gastronomie ein und eröffnet Weinbars") ist zu lesen:
"Es ist aber davon auszugehen, dass Denner einen Deckungsbeitrag verrechnen und nicht mit einem hohen Faktor (etwa dreimal den Einstandspreis) den Kalkulationsfehler vieler Gastwirte wiederholen wird. Gemäss den jetzigen Plänen sollen zahlreiche Provenienzen zu einer kleinen Menu-Auswahl glasweise ausgeschenkt werden."
Mit seinen geplanten Weinbars will der führende Schweizer Lebensmitteldiscounter Denner seine Weinkompetenz stärken. Laien und Profis sollen die Möglichkeit erhalten, das Denner-Sortiment in einer neuen Umgebung zu degustieren.

Am Ende dieses Artikels wird auch auf das Scheitern des Weinbar-Konzepts von Mövenpick eingegangen.

Ich habe das Scheitern eines ähnlichen Konzepts in Bamberg erlebt (gottseidank als Gast). Ein Weinhändler wollte vor allem Wein verkaufen und die angebotenen Flaschen, damit die Gäste sie probieren knnen, auch ausschenken. Die Preise der ausgeschenkten Flaschenweine wurden mit einem Aufschlag von 100% äußerst knapp kalkuliert. Doch die Gäste verlangten nach preiswerten Schoppenweinen statt die knapp kalkulierten, absolut gesehen dennoch teuren und besseren Flaschenweine zu konsumieren. Im Laufe der Zeit wurde das Konzept den Gästewünschen angepaßt, der Raum für die Flaschenweine verringert, das Flaschenweinsortiment schmäler und die Anzahl der Schoppenweine vergrößert. Man konnte auch sagen, die Qualität der Weine dem schlechten Geschmack der Gäste angepaßt. Aus einem Handelskonzept mit Weindegustation wurde eine stinknormale Weinschänke. Aber das war geschah in den 80er Jahren. Vielleicht hat sich der Weingeschmack des Publikums mittlerweile verbessert? Und vermutlich ist Zürich ein besseres Pflaster für hochwertige Weine als Bamberg.