Samstag, August 12, 2006

Bionade - keine geradlinige Erfolgsgeschichte.

Ein Geheimnis des großen Erfolges von Bionade ist die kostenlose Publicity, die dieses Produkt durch Mundpropaganda und die Berichterstattung in den Medien erfährt, obwohl das Unternehmen keine aktive Öffentlichkeitsarbeit macht. Sie kommt natürlich nicht zufällig daher, sondern hat ihre Grundlage in einem innovativen Produktionsprozeß, dem Thema "David gegen Goliath" und nicht zuletzt darin, daß zumindest die Hauptsorte "Bionade Holunder" allen schmeckt, Männlein wie Weiblein, Kindergartenkindern und ihren Großeltern.

Wir haben als Nischenmedium z.B. bereits im Mai 2003 darüber berichtet: "Ab kommenden Montag können Gäste des Bamberger 'Café Abseits' das biologische Erfrischungsgetränk 'Bionade' probieren". In dieser Woche hat der "Stern", den man mittlerweile irgendwo zwischen ernsthaftem Magazin und der Yellow Press ansiedeln muß, über die Erfolgsgeschichte von Bionade seitenweise berichtet: "Die Brause aus der Brauerei". Daß der Titel Unsinn ist, ist möglicherweise dem zwanghaften Drang zur Alliteration geschuldet. Ich halte den Autoren Cornelius und Fabian Lange aber zu Gute, daß Titel mitunter arbeitsteilig von anderen Mitarbeitern verzapft werden, die vielleicht keine Zeit gefunden haben, die Story selbst gründlich lesen. Sonst wäre ihnen aufgefallen, daß Bionade keine Brause ist. Und einen "Chef vom Dienst" oder Chefredakteur, der sein Produkt vorab gründlich liest, scheint es beim "Stern" nicht zu geben.

So widerspruchsfrei und geradlinig wie der "Stern" und andere behaupten, ist die Erfolgsgeschichte von "Bionade" gar nicht verlaufen. Ich erinnere mich, es war wohl 1998, als wir Bionade schon einmal in unserem Bamberger "Café Abseits" angeboten haben. Es lief einigermaßen, kam geschmacklich gut an, war aber im Einkauf etwas zu teuer, um unseren Gästen ein preislich attraktives Angebot machen zu können. Bionade schleppte sich bei uns so hin und plötzlich war es nicht mehr beziehbar, weil unser Getränkefachgroßhändler es mangels ausreichender Nachfrage weiterer Gastronomiebetriebe seines Liefergebiets wieder ausgelistet hat.

2003 hat mich dann eine Enkelin des Erfinders besucht. Man hatte die Flasche relauncht und den Preis gesenkt und durch Gratisware, kostenlose Werbemittel und ein Sponsoring des Bamberger Weltkulturerbelaufs eine Reihe von weiteren Gastronomen in Bamberg dazu motiviert, Bionade zu listen. Wir können Bionade seitdem relativ preiswert anbieten und es erfreut sich nunmehr großer Beliebtheit. Auch wenn man sagen muß, daß die verschiedenen Sorten unterschiedlich gut ankommen. Bionade Holunder ist immer noch die verkaufsstärkste Sorte. Die Kräuter-Variante läuft am schlechtesten. Und die Sorten "Ingwer-Orange" und "Litschi" liegen dazwischen.

Wenn Sie in Ihrem Betrieb endlich auch auf den mit Volldampf fahrenden Zug springen wollen, beginnen Sie mit Bionade Holunder und erweitern Sie sukzessive Ihr Sortiment um die anderen Sorten. Oder setzen Sie auf die Sorte, die besonders zu Ihrem gastronomischen Konzept paßt.