Freitag, August 25, 2006

Gedeck.

Ein "Gedeck" zu verlangen, ist so ungewöhnlich, zumindest außerhalb Italiens ("coperto") und Frankreichs, daß viele Gastronomen gar nicht mehr wissen, was das ist. Es handelt sich um den Instrument, mit dem man den direkt den Umsatz mit einem Gast erhöht, einen fixen Preis, der zu den Preisen für den Verzehr aufgeschlagen wird, gerechtfertigt etwa mit Kosten für die Unterhaltung, den Service oder auch etwas Brot, aber eigentlich der Preis für einen Platz.

Emanuel Stadler, der Obmann der Kärntner Spargelwirte verlangt seit 15 Jahren in seinem Restaurant Metzgerwirt in Radenthein ein Gedeck - zur Zeit 1,80 Euro. Siehe dazu: "Geld für Gedeck versalzt Gästen die Rechnung" von Elisabeth Tschernitz-Berger, in: Kleine Zeitung vom 25. August 2006.

Alternative Instrumente zur Erhöhung der Produktivität eines Platzes sind:
  • ein entgeltlicher Eintritt in Verbindung mit der Ausgabe von Verzehrgutscheinen, häufig zu sehen bei Diskotheken.
  • eine "Gesichtskontrolle" beim Eintritt in Diskotheken, bei der nur vermeintlich zahlungskräftige Besucher eingelassen werden und "Frischfleisch".
  • Reservierungssysteme, bei denen vermeintlich zahlungskraeftige Gäste (etwa Geschäftsessen) bevorzugt werden,
  • Bekleidungsvorschriften und Benimmregeln, durch die ein weniger zahlungskräftiges Klientel abgeschreckt werden sollen,
  • durch Mieten für Gasträume, die mit steigendem Umsatz von Speisen und Getränken sinken,
  • durch Eintrittspreise ("für die Musik") wie im Café Europa in Prag oder
  • durch eine Begrenzung der Aufenthaltsdauer, z.B. "Reservierung von 11.30 Uhr bis 13.00 Uhr", um Sitzplätze mittags mehrmals hintereinander zu verkaufen.