Freitag, August 18, 2006

Genossenschaft der Sesselfurzer.

Sage keiner, daß im Bundestag Sesselfurzer sitzen, die sich um Dinge kümmern, die unwichtig sind, und wichtige Probleme keiner Lösung zuführen. So wurde heute im Bundesgesetzblatt verkündet, daß die Bezeichnung "der Genosse" in Zukunft durch die Bezeichnung "Mitglied der Genossenschaft" ersetzt wird: "17.08.2006 Frischer Wind für Genossenschaften", in: Pressemitteilungen der Bundesregierung vom 17. August 2006.

Angesichts solcher weltbewegenden Reformen muß man schon froh sein, wenn die schwachsinnige Idee, die Berufsbezeichnung "Müller" durch die Bezeichnung "Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft" zu ersetzen, in letzter Minute noch gestoppt werden konnte: "Müller bleibt Müller" vom 24. Mai 2006 von der IHK Hannover.

Es reicht schon, daß man die schöne Bezeichnung "Lehrling" durch "Auszubildender" ersetzt hat. So verhaspelt man sich leicht, wenn man zwischen Auszubildendem (früher: Lehrling), Ausbilder (früher: Meister) und Ausbildendem (früher: Lehrbetrieb) unterscheiden will und man hat Mühe, Texte zu verstehen wie die Erklärung von Wikipedia, was ein Ausbildender ist:
"Ausbildender ist derjenige/diejenige, der/die einen anderen zur Berufsausbildung einstellt ( § 53 Berufsbildungsgesetz). Daher können alle natürlichen und juristischen Personen Ausbildende sein, wenn sie die Voraussetzungen der persönlichen Eignung erfüllen. Im Einzelfall ist der Ausbildende die Person, die den Berufsausbildungsvertrag mit dem/der Auszubildenden abschließt. Der Ausbildende überträgt dem Ausbilder seine vertraglichen Ausbildungspflichten (wenn er/sie nicht selbst ausbildet) und haftet für Fehler des Ausbilders."
Diese Sesselfurzer-Sprache erinnert mich an "Fischers Fritz fischt frische Fische...".

Mehr über Neusprech, die vom herrschenden Regime vorgeschriebene, künstlich veränderte Sprache.