Freitag, August 04, 2006

Lassen Sie sich von der GEZ nicht abzocken.

Jetzt hat auch der Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen gemerkt, daß die ab Januar 2007 fälligen GEZ-Gebühren für internetfähige Rechner die Kommunen mit ihren zahlreichen Internetanschlüssen in den Kommunalverwaltungen, Stadtbibliothken, Feuerwehren, Kindergärten, Musikschulen usw. teuer zu stehen kommen wird: "Rundfunkgebühr für internetfähige PCs und Handys überflüssig" vom 3. August 2006 (via "Rundfunkgebührenpflicht von Internet-PCs immer mehr in der Kritik" vom Institut für Urheber- und Medienrecht e.V. vom 3. August 2006).

Auch als Gastronom sind Sie betroffen. Wenn Sie in Ihrem Lokal einen internetfähigen PC zu betreiben (z.B. für Ihre Gäste, als Recherchetool für Ihren Chefkoch oder auch, um Online-Reservierungen mit ihren Offline-Reservierungen abgleichen zu können) werden Sie um die Zahlung der GEZ-Gebühren nicht herum kommen, selbst wenn Sie keinen Fernseher angeschlossen haben. Es sei denn, die Politiker werden vernünftig, was erfahrungsgemäß unwahrscheinlich ist, sonst hätten die Franzosen keine Guillotine benötigt.

Anders sieht es aus, wenn Sie in Ihrer Wohnung einen PC betrieblich nutzen. Dann wird man Ihnen diese Nutzung kaum nachweisen können, wenn Sie den PC in Ihrem Privatvermögen halten. Schauen Sie deshalb in Ihre Bilanz oder fragen Sie Ihren Steuerberater, ob Ihr PC im Betriebsvermögen steckt. Wenn ja, überführen Sie ihn in Ihr Privatvermögen - zum Buchwert spätestens zum 31. Dezember 2006. Für einen privaten PC brauchen Sie, falls Sie privat bereits GEZ-Gebühren zahlen, als "Zweitfernseher" keine zusätzliche Gebühr zu zahlen.

Daß man die Fernsehgebühren auch abschaffen könnte und die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten sich dann um Kunden bemühen könnten, statt Bürger als Leibeigene zu geißeln, zeigt Holger Dambeck in seinem Artikel "ARD verschlüsseln, GEZ abschaffen?", in: Spiegel vom 3. August 2006.