Samstag, August 12, 2006

Listenpreise fuer Bier steigen ab September um rund 6 Prozent.

Laut einer Meldung "Bier wird teurer", in: BBV-net vom 12. August 2006, hat die Bild-Zeitung berichtet, die Großhandelspreise vieler Biermarken (u.a. Holsten, Jever, Krombacher, Radeberger und Schlösser Alt) würden ab September 2006 um rund sechs Prozent steigen. Nicht genannte Branchenexperten würden deshalb erwarten, dass die Preise in vielen Gaststätten in Kürze um 10 bis 20 Cent steigen.

Meines Erachtens kann die Gastronomie, zumindest die nicht durch Bierbezugsverpflichtungsverträge geknebelte Gastronomie, diese Preissteigerungen von einigen Brauereien teilweise konterkarieren, indem sie:
  • auf Brauereien ausweicht, die ihre Preise nicht erhöhen,
  • Preistreiber unter den Brauereien konsequent auslistet,
  • von teurem Fassbier auf Flaschenbier umsteigt.
  • Flaschenbiere im Lebensmitteleinzelhandel und in Cash&Carry-Märkten einkauft, wo Flaschenbier immer häufiger zu Kampfpreissen angeboten wird.
  • statt Markenbiere graue Biere ausschenkt, die aus Polen, Tschechien oder auch von deutschen Brauereien extrem preisgünstig angeboten wird. Schließlich liegen die Vollkosten der Herstellung inclusive Abfüllung auch in Deutschland nur bei 44 Euro je Hektoliter. Siehe dazu: "Bierabnahmepreise in der Gastronomie".
Es schadet aber auch nichts, die Bierpreise in der Gastronomie zu erhöhen, wenn man parallel die Gäste mit günstigen Angeboten erfreut, sei es für andere alkoholische Getränke wie Wein, der mittlerweile teilweise billiger eingekauft werden kann als Bier, oder für alkholfreie Getränke.

Zudem hat die Vergangenheit gezeigt, daß etliche Brauereien ihre Listenpreise demonstrativ erhöhen und dann, wenn Tacheles geredet wird, den Schwanz einziehen. Das, was sie bei den Listenpreisen draufgeschlagen haben, zahlen sie unterm Tisch wieder zurück, immer in der Hoffung, ein paar dumme zu finden, welche die Preiserhöhungen akzeptieren. Schließlich gibt es bei der Bierherstellung in Deutschland Überkapazitäten von wenigstens 20 Prozent. Wir Kunden sitzen am längeren Hebel. Es gibt kein Fernsehbier, auf das man nicht, ohne mit der Wimper zu zucken, verzichten könnte.