Sonntag, August 27, 2006

Mindestloehne fuer Gebaeudereiniger und die Folgen.

In ihrem Kommentar "Lebenslüge Mindestlohn" zur Einführung von Mindestlöhnen für die Gebäudereiniger schreibt Margaret Heckel in der Welt am Sonntag vom 27. August 2006:
"Auf den zweiten Blick allerdings stellt sich die Frage, wie lange sie zu diesen Löhnen ihren Job behalten werden. Wenn die Gebäudereiniger den neuen Mindestlohn als Vorwand für Preiserhöhungen nutzen, wird es sicherlich Firmen geben, die dann auf deren Dienste verzichten oder ihre Büros nur noch einmal statt dreimal die Woche putzen lassen."
Dies sehe ich anders. Auf die Dienste der Gebäudereiniger zu verzichten, heißt nicht, daß nicht mehr geputzt wird:
  • Für Reinigungsarbeiten, die von eigenen Leuten oder Mitarbeitern anderer Branchen erledigt werden, gilt der Mindestlohn für die Gebäudereiniger nicht. In Zukunft wird man viele Reinigungsarbeiten, die in das Reinigungsgewerbe ausgelagert worden sind, wieder einlagern oder Unternehmen übertragen, die nicht dem Reinigungsgewerbe angehören, etwa weil sie überwiegend andere Dienstleistungen erbringen.
  • Und außerdem soll es ja in Deutschland auch so etwas geben wie Schwarzarbeit, die sich eo ipso Mindestlohnregelungen entzieht.
  • Von den Menschen, die bislang bei Gebäudereinigern beschäftigt sind, werden zwar viele dort ihre Job verlieren, aber sie werden dafür bei Unternehmen anderer Branchen zu marktkonformen Löhnen weiter arbeiten oder in die Schwarzarbeit wechseln.
  • Und einige Gebäudereiniger werden wohl einfach umfirmieren.