Samstag, August 19, 2006

Mini-Jobber in privaten Haushalten.

Der Mitteldeutsche Rundfunk meldet ("Immer mehr Haushaltshilfen als Mini-Jobber" vom 19. August 2006), daß nach Angaben der Mini-Job Zentrale die Anzahl der Mini-Jobber in privaten Haushalten im Vergleich zum letzten Jahr um 123 Tausend zugenommen und in gewerblichen Unternehmen um knapp 300 Tausend abgenommen haben.

Wie interpretiere ich diese Zahlen?
  • Ein Teil der Unternehmen hat erkannt, daß die Abgaben für Mitarbeiter, die knapp über 400 Euro im Monat verdienen ("Gleitzone"), niedriger sind als für geringfügig Beschäftigte knapp unterhalb von 400 Euro (siehe dazu meinen entsprechenden Tipp "Pauschale Beitraege fuer Mini-Jobs sollen um 5 Prozentpunkte steigen"). Man hat reagiert und mit Mitarbeitern vereinbart, daß sie monatlich etwas mehr verdienen, z.B. etwas länger arbeiten. Wovon unter'm Strich beide profitieren.
  • Nicht ausschließen mag ich auch, daß insbesondere bei Kleinst- und Kleinunternehmen die sehr niedrige Belastung mit Sozialabgaben für Haushaltshilfen und die Steuervorteile für bestimmte haushaltsnahe Tätigkeiten ausgenutzt werden. Jobs, die früher im Unternehmen abgerechnet worden sind, jetzt dem privaten Haushalt zugerechnet werden. Oft sind die Übergänge räumlich ohnehin fließend, etwa bei Reinigungsarbeiten in Pächterwohnungen oder bei Renovierungsarbeiten.