Mittwoch, August 09, 2006

Nichtraucher darf man diskriminieren.

Seit Tagen geistert eine Meldung durch die Presse, die für Verwirrung sorgt, z.B. in Merkur Online vom 7. August 2006: "Arbeitgeber dürfen Raucher bei Jobvergabe ablehnen" und zuletzt: "Neue Nebenwirkung: Zigaretten schaden auch der Karriere", in: Tagesspiegel vom 9. August 2006.

Im Grunde geht es nur darum, daß das beschlossene Antidiskriminierungsgesetz, dem der Bundespräsident noch seine Unterschrift verweigert, Arbeitgebern verbietet, Bewerber aus bestimmten, im Gesetz aufgezählten Gründen abzulehnen, z.B. weil man statt eines behinderten, schwulen Afrikaners lieber eine chinesische Lesbe einstellen würde.

Ob jemand Raucher ist oder nicht, stellt nach diesem Gesetz kein Unterscheidungsmerkmal dar, das man nicht heranziehen dürfte, genauso wenig wie das Kriterium, ob jemand Briefmarken sammelt, jodelt oder seine Kinder verprügelt. Die Presse stellt dies so dar, als dürfe man einen Raucher wegen seiner Sucht diskriminieren. Richtiger wäre es darauf hinzuweisen, daß Arbeitgeber auch einem Nichtraucher absagen können, z.B. weil man befürchtet, daß es das Betriebsklima stören würde, wenn er den rauchenden Mitarbeitern das Rauchen verbieten will.

Laut einer Meldung des "Tagesspiegels" hat die Vizechefin der Grünen-Fraktion im Deutschen Bundestag, Bärbel Höhn, gefordert, das Gleichstellungsgesetz wieder aufzuschnüren, um diese Rechtslücke (Lesben, Schwule usw. werden geschützt, Raucher nicht) zu schließen. Es sei absolut nicht in Ordnung, wenn Raucher diskriminiert werden: "Grüne wollen Raucher schützen" vom 9. August 2006. Dann sollten Höhn und ihre grünen Genossen auch konsequent sein und die Gastronomie und ihre rauchenden Gäste und Mitarbeiter in Frieden lassen.