Sonntag, August 13, 2006

Videos von gastronomischen Betrieben: Mangelware.

Noch immer sind Videos von gastronomischen Betrieben in Deutschland kaum zu finden. Eine Ausnahme macht das Restaurant Weberskeller von Manfred Linsner in Höchstadt an der Aisch, etwa mit einem aktuellen Video über den "Alltag im Weberskeller". Leider sind die früheren Videos, die hier, wie man mir geschrieben hat, wenigstens seit 2000 online gestellt worden sind, nicht mehr verlinkt.

Im Unterschied dazu finden sich etwa auf dem Portal TurnHere (via "TurnHere: Video Guide für Reisen, Restaurants etc.", in: Notizen für Genießer von Theo Huesmann) recht viele Videos insbesondere amerikanischer Gaststätten, z.B. ein Video von der "ChikaLicious Dessert Bar" in Greenwich East Villages (New York). Sie hat nur 20 Sitzplätze und ist auf Nachspeisen spezialisiert, die vor den Augen der Gäste zubereitet werden. Im Angebot ist zum Beispiel ein 3-Gänge-Fixpreis-Menü für 12 US-Dollar, bestehend aus einem Ameuse gueule, einer Nachspeise (als Hauptgang) und einer Auswahl Petit Fours. Für den schnellen Umschlag sorgt eine "walk-in policy". Reservierungen werden nicht angenommen und Gruppen von mehr als vier Personen dürfen nicht rein.

Über die Gründe für diese Zurückhaltung bei fast allen Gastronomen in Deutschland kann ich nur spekulieren:
  • Vielleicht meinen sie, solche Videos müßten eine gewisse Qualität besitzen und wären deshalb für Laien nur schwierig selbst zu erstellen oder müßten teuer von Dienstleistern eingekauft werden. Ich denke jedoch, dass auch filmtechnisch, dramaturgisch "schlechte" Videos Interessenten fänden und akzeptiert würden. Videos-Szenen, die vermeintlich von Amateuren stamemn, werden mittlerweile ja sogar von Profis als Stilmittel genutzt. Sie werden vielleicht sogar als authentischer angesehen als technisch perfekte Werbe-Videos von Profis, wie sie etwa von großen Hotelunternehmen ohnehin erstellt werden.
  • Vielleicht scheuen sich Gastronomen, in diesen Videos selbst aufzutreten, oder Mitarbeiter oder Gäste zu fragen, ob man sie filmen darf? Ich glaube, meistens unterschätzt man die Eitelkeit der Menschen.
  • Andererseits suchen viele Gäste gerade in ihrer Stammkneipe einen Rückzugsraum, in dem sie in Ruhe gelassen und nicht in die Oeffentlichkeit gezerrt werden wollen.
  • Panorama-Blicke (360 Grad-Fotos), wie sie von etlichen Betrieben, vor allem aber Hotels, angeboten werden, sind meist zu statisch und langweilig. Siehe dazu meinen früheren Beitra "Panoramafotos von Hotels. Internet Picture Corporation Inc., iPix.com, ist ein Anbieter von Loesungen für dynamische Bilder, z.B. Panorama-Fotos. Eine ganze Reihe von Hotels verwenden diese Loesung, so das Walldorf Astoria. Um sich die Panorama-Ansichten anzuschauen, benoetigt man ein Plug-In und Geduld beim Laden der Graphiken.
Siehe dazu auch: "Google Video nun auch in Deutschland verfuegbar".