Mittwoch, September 13, 2006

Kalkutta liegt am Ganges, Paris liegt an der Seine.

Laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters ("Zeitung: SPD und Gewerkschaften legen Konzept für Mindestlohn vor" vom 13. September 2006) haben sich SPD und Gewerkschaften auf die Forderung geeinigt, einen gesetzlichen Mindestlohn anzustreben, der "mit Mindestlöhnen in Nachbarländern vergleichbar" sei.

Dies dürfte den Arbeitnehmern in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Thüringen und Bayern wenig gefallen. Denn die gesetzlichen Mindestlöhne liegen in deren Nachbarländern Polen bzw. Tschechien bei 201 bzw. 199 Euro (Stand von 2004). In Dänemark, Österreich und der Schweiz gibt es keinen nationalen, gesetzlichen Mindestlohn. Und wenn man auf Paris schielt, sollte man Kalkutta nicht ganz aus den Augen verlieren. Siehe dazu unseren früheren Beitrag über den "Mindestlohn" vom Juni 2004.

Mit dieser Entscheidung haben sich die SPD-Linken über die Entscheidung des SPD-Vorsitzenden Beck von Ende August hinweg gesetzt, die Idee eines gesetzlichen Mindestlohns nicht mehr weiter zu verfolgen. Siehe dazu unseren früheren Beitrag: "Die Idee eines gesetzlichen Mindestlohns ist gestorben".