Dienstag, September 19, 2006

Print-on-Demand ohne fixe Kosten.

Über Print-on-Demand- bzw. Book-on-Demand-Verfahren haben wir in dieseem Blog schon mehrfach berichtet. Man kann damit z.B. Speisekarten herstellen lassen ("Speisekarten on demand"; "Speisekarte als Buch") oder Bücher herauszugeben, die inhaltlich auf Blogs basieren ("Friday Project").

Der deutsche Anbieter BoD hat den Nachteil fixer Kosten. Anders ausgedrückt: es rechnet sich nur, wenn mit einer gewissen Auflage zu rechnen ist. Wer dieses Risiko scheut oder von sehr kleinen Auflagen ausgeht, ist bei dem amerikanischen Wettbewerber LuLu besser aufgehoben. Dort fallen keine festen Gebühren an, sondern nur eine Verkaufsprovision in Höhe von 20 Prozent. Andererseits hat LuLu (noch) gewisse Nachteile:
  • Die Benutzeroberfläche ist noch nicht vollständig ins Deutsche übersetzt.
  • Bücher erhalten keine ISBN und werden deshalb nicht automatisch bei Online-Buchhändlern verzeichnet (was aber nicht bedeuten würde, daß es dann dort auch zu kaufen wäre). Es besteht jedoch die kostenpflichtige Möglichkeit, eine ISBN zu erhalten ("global distribution service").
  • Bücher werden ohne ISBN faktisch auch nicht im stationären Buchhandel bestellbar sein, denn die ISBN hilft Buchhändlern Verleger zu lokalisieren und Bücher zu bestellen, eine Arbeit, die sich kaum ein Buchhändler bei fehlender ISBN antut. Andererseits wiegt der Nachteil geringerer Reichweite nicht schwer, wenn man ohnehin davon ausgeht, daß die Absatzzahlen eher bescheiden sind und es eigentlich nur darum geht, etwa per Link von der eigenen Website, eine Bestellmöglichkeit anzubieten.
  • Die Herstellung und Belieferung aus den USA benötigt aus der Sicht deutscher Käufer mehr Zeit als bei einem deutschen Print-on-Demand-Anbieter. Mittlerweile wird dieser Nachteil aber durch eine Kooperation von LuLu und BoD, bei der in Deutschland gedruckt wird, aufgehoben.
  • Aus der Sicht der Käufer ist nachteilig, daß die Produkte nicht zurückgegeben werden können. Sie werden ja erst nach der Bestellung einzel hergestellt, so daß kein Lager existiert, in das sie zurückgenommen werden könnten. Werden beschädigte Exemplare geliefert, wird ein Ersatzexemplar zusätzlich geliefert.
Mehr dazu: "Mit Lulu das eigene Buch veröffentlichen", in: Das Literatur-Café vom 19. Juli 2006.

Man kann bei LuLu nicht nur Taschenbücher und gebundene Bücher herstellen lassen, sondern auch:
  • CDs,
  • DVDs,
  • Music-Downloads,
  • Datei-Downloads,
  • Broschüren,
  • E-Books,
  • Bilder.
Bei E-Books hat man die Option, ob man den Download kostenpflichtig oder kostenlos anbieten möchte.

Bereits jetzt gibt es bei LuLu in den Kategorien, die uns inhaltlich interessieren, einige Angebote, etwa Kalender Food & Wine oder Bücher Gesundheit & Ernährung oder Bücher Kochen, Essen und Trinken.

Siehe dazu auch: "Kostenlos zum eigenen Buch" von Ralf Sander, in: Stern vom 15. September 2006.