Donnerstag, September 14, 2006

Schwarze Schafe und andere Tiere.

Besonders mag ich es, wenn sich Menschen über das Gastgewerbe echauffieren, die keine Ahnung von der Branche haben. So hat Franz-Josef Möllenberg nach einer Banklehre 1975 als Gewerkschaftssekretär bei der Gewerkschaft Nahrungsmittel und Gaststätten angefangen. Dies hindert ihn nicht daran, in einem Interview der Zeit vom 14. September 2006 über unsere Branche herzuziehen: "Viele wollen den schnellen Euro". So antwortet er auf die Frage, wie sicher das Fleisch sei, das Restaurants hierzulande servieren?
"Das Gammelfleisch aus Bayern war ja hauptsächlich für die Gastronomie bestimmt. Wir sollten deswegen zwar keinesfalls die ganze Branche verteufeln. Aber machen wir uns nichts vor: Im Gastgewerbe gibt es eine Menge schwarzer Schafe."
Möllenberg fordert drastische Strafen:
"Wenn Behörden heute einen illegalen Arbeitnehmer finden, ist dieser für nicht gezahlte Steuern und Sozialabgaben haftbar. Man sollte stattdessen seinen Arbeitgeber verpflichten, die Beträge nachzuzahlen. Damit würden wir die Hemmschwelle erhöhen, Schwarzarbeiter zu beschäftigen."
Vielleicht hätte jemand den Bankkaufmann briefen sollen. Haftbar für nicht abgeführte Lohn- und Kirchensteuern, den Solidaritätszuschlag und die Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege, Arbeitslosen- und Unfallversicherung ist bereits nach der geltenden Rechtslage der Arbeitgeber.