Freitag, September 15, 2006

Trendbarometer 2006: Europaeische Hotels und Restaurants setzen auf Innovationen, Stil und Erlebnisse.

Standard-Service genügte gestern ? heute erfordert modernes Hotel- und Gaststättenmanagement Innovationskraft und ein besonderes Gespür für Trends. Gerade in der wettbewerbsintensiven Gastgewerbebranche kommt es immer mehr darauf an, sich durch individualisierte Angebote von der Konkurrenz abzuheben: Der Hotel- bzw. Restaurantaufenthalt soll für den Gast zu einem außergewöhnlichen Erlebnis werden. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle American Express Hospitality Monitor 2006, bei dem Hotel- und Restaurantmanager der wichtigsten europäischen Tourismusdestinationen zu aktuellen Entwicklungen in ihrer Branche sowie zu ihrer Geschäftsstrategie befragt wurden. In Bezug auf die Gewinnentwicklung zeigen sich die Deutschen tendenziell optimistisch: 57 Prozent der Hotel- und Restaurantmanager erwarten für die kommenden zwölf Monate steigende oder konstant bleibende Gewinne.

Hierzulande halten 34 Prozent der befragten Manager den direkten Wettbewerb und 20 Prozent die sich verändernden Kundenwünsche für die wichtigsten Zukunftsherausforderungen. Ob beruflich oder privat ? auch bei Hotel- und Restaurantbesuchen zeigt sich der Gast anspruchsvoll und verlangt mehr als freundlichen Service oder angemessene Preise.
"Je mehr Zeit Menschen in der so genannten dritten Sphäre ? das heißt, an Orten außerhalb vom Arbeitsplatz und zu Hause, verbringen, desto bedeutsamer ist es, diese Aufenthalte zu einem besonderen Erlebnis zu machen"
erläutert Carola Paschola, Vice President bei American Express.
"Wir Gastronomen kämpfen um ein rares Gut - die Zeit und die Aufmerksamkeit der Gäste. Einschlägige Auszeichnungen wie Sterne und Punkte spielen als Qualitätsmerkmal eine immer größere Rolle und werden vom Gast als Garant für die Preiswürdigkeit und Zuverlässigkeit des Restaurants gesehen"
bestätigt Christian Mittermeier, Vizepräsident der Jeunes Restaurateurs.
"Dabei greifen eindeutige, auch ausgefallene Konzepte besser als eine Gastronomie, die alles ein bisschen können möchte."
Um sich vom Wettbewerb zu unterscheiden, ist es für 76 Prozent der deutschen Hotel- und Restaurantmanager besonders wichtig, von ihren Gästen als möglichst innovativ empfunden zu werden. Dies kann von der Nutzung neuer Locations und Produkte bis hin zur Schaffung einzigartiger Erlebniswelten reichen. Für 72 Prozent des deutschen Gastgewerbes ist es wichtig, besonders stylish zu sein. Kleinere und unabhängige Lifestyle- und Designerhotels entwickeln sich sehr oft zu Geburtsstätten von Stil und Innovation. Auch wenn der Preis nicht mehr das alles entscheidende Moment ist, so legen 80 Prozent Wert darauf, dass ihre Gäste für das Geld entsprechende Leistungen erhalten. Im europäischen Vergleich ist das Preis-Leistungsverhältnis lediglich für 70 Prozent der Interviewten relevant.

Deutsches Gastgewerbe stellt sich auf den "bewussten Konsumenten" ein Insgesamt messen die europäischen Restaurantmanager (23 Prozent) den veränderten Kundenwünschen eine höhere Bedeutung bei als die Hotelmanager (zehn Prozent). Sie passen Gerichte den individuellen Wünschen an und geben vermehrt Informationen über Inhaltstoffe, Nährwert, Herkunft und Zubereitung der Speisen. Der moderne, aufgeklärte Verbraucher trifft seine Kaufentscheidung gemäß seiner ökologischen, moralischen und allgemeinen Wertvorstellungen.
"Ein nachhaltiges ökologisches und ökonomisches Wirtschaften gewinnt für Gastronomen immer mehr an Bedeutung. Zentrales Thema ist dabei insbesondere die Qualität, also die fachgerechte Ausführung des Handwerks und Reinheit und Frische der Ausgangsprodukte"
so Mittermeier. Die deutschen Manager scheinen diesen Trend zum bewussten Konsumieren erkannt zu haben. Für immerhin 62 Prozent ist wichtig, dass ihr Unternehmen mit bestimmten moralischen Werten assoziiert wird. Bei den britischen Befragten ist dies nur für 54 Prozent von Belang.

Erfolgsfaktor Kundenbindung

Um gegenüber Wettbewerbern bestehen zu können, müssen Unternehmen die Ansprüche ihrer Gäste frühzeitig erkennen und erfüllen. So versuchen inzwischen 86 Prozent des europäischen Gastgewerbes den Wünschen ihrer Kunden mittels Befragungen auf die Spur zu kommen. Aus deutscher Sicht sprechen vor allem ökonomische Gründe für die Durchführung von Kundenbefragungen: 32 Prozent der Manager wollen auf diese Weise steigende Verkaufsmargen erzielen. Bei den Spaniern und Franzosen haben lediglich 22 Prozent diese Motivation. Programme zur Kundenbindung und Neukundengewinnung spielen für viele Unternehmen eine wichtige Rolle. So bieten 54 Prozent der deutschen Hotels und Restaurants inzwischen ein derartiges Programm an. Während die Mehrheit der britischen Hotel- und Restaurantmanager (71 Prozent) diese Angebote als Promotion Instrument betrachtet, nutzen 63 Prozent der deutschen Manager sie zur langfristigen Steigerung der Profitabilität. Auch in Bezug auf die Neukundengewinnung zeigen sich die Deutschen ehrgeizig. 38 Prozent sehen dies als wesentliches Geschäftsziel für die kommenden zwölf Monate ? im gesamteuropäischen Vergleich haben 34 Prozent der Befragten dies als ihr wichtigstes Ziel bezeichnet.

Konsequente Preispolitik

Was die Gewinnentwicklung betrifft, blickt Deutschlands Gastgewerbe im europäischen Vergleich verhalten optimistisch in die Zukunft. Während nur 57 Prozent der Befragten in Deutschland für die nächsten zwölf Monate mit steigenden oder zumindest konstant bleibenden Gewinnen rechnen, geben sich die britischen Manager mit 71 Prozent sehr zuversichtlich (Europa: 65 Prozent). Der Vergleich zwischen Restaurants und Hotels zeigt: Die Hälfte der Hotelmanager (50 Prozent) und weniger als ein Drittel der Restaurantmanager (29 Prozent) erwarten steigende bzw. konstant bleibende Gewinnentwicklungen. Im wettbewerbsintensiven Gastgewerbe gehen Hotel- und Restaurantmanager mehr und mehr dazu über, ihre Preise regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Vor allem die deutschen Unternehmen erweisen sich hier als konsequent: 36 Prozent kontrollieren ihre Preise mehr als einmal pro Quartal. Wichtigstes Ziel der deutschen Manager für das kommende Jahr ist es, die Ausgaben für Güter und Dienstleistungen zu senken. Dies gaben 48 Prozent der Befragten an (Europa: 28 Prozent).

Über die Studie

American Express befragte im ersten Halbjahr 2006 insgesamt 250 Hotel- und Restaurantmanager aus Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Spanien und Italien zu ihren Konjunkturerwartungen, ihrer Geschäftsstrategie sowie zu aktuellen Trends und Entwicklungen im Gastgewerbe. In die Studie einbezogen wurden Hotels, deren Jahresgesamtumsatz mindestens 1 Million Euro beträgt und Restaurants, die mindest 200.000 Euro pro Jahr umsetzen. Durchgeführt wurde die Studie von Loudhouse Research und International Communications Research (ICR). Der American Express Hospitality Monitor wird künftig jährlich erhoben.

(Quelle: Pressemeldung von American Express).