Dienstag, September 26, 2006

Wellness - Balsam fuer die Bilanz.

Cover Betriebsvergleich Hotellerie & Gastronomie Deutschland 2006Im soeben erschienenen 38. Jahrgang des bekannten BBG-Branchenvergleiches "Hotellerie & Gastronomie Deutschland 2006" werden erstmals Wellnesseinrichtungen in Verbindung mit Hotels betriebswirtschaftlich unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse übertreffen selbst optimistische Einschätzungen.

So bewegt sich der Cash-flow von Wellnesseinrichtungen je nach Betriebsgröße zwischen 17% und 24%. Entscheidend ist aber die Auswirkung auf den Hotelbetrieb. Wellness-Hotels verzeichnen gegenüber vergleichbaren Objekten ohne eine solche Einrichtung einen um 19 bis 56% höheren RevPAR (Erlös pro verfügbarem Zimmer).

Dieser resultiert sowohl aus höheren Netto-Raten als auch einer höheren Auslastung. Berücksichtigt man weiterhin zusätzliche F&B-Erträge, die die Steigerung variabler Kosten im Logisbereich weitgehend kompensieren, kommt dies nahezu einer Verbesserung des Reinertrages in entsprechender Höhe gleich.

Sofern die Wirtschaftlichkeit von Wellnessanlagen in Frage zu stellen ist, so kann man dies in den meisten Fällen auf unkontrollierte Baukosten zurückführen. Während für Hotels Richtwerte pro Zimmereinheit bestehen, werden Wellnesseinrichtungen noch immer freihändig geplant und ohne neutrale betriebswirtschaftliche Absicherung und Kostenkontrolle umgesetzt.

Weitere Schwachpunkte des Wellness-Sektors sind vielfach unzureichende betriebswirtschaftliche Abgrenzungen gegenüber dem Hotelbetrieb und mangelnde Kennziffernbildung wie z.B. Zahl und Art der verabreichten Anwendungen, Besucherzahlen etc. um so aussagefähige Produktivitätskennziffern bilden zu können.

Gleichwohl ist der Trend ungebrochen und bietet der Branche neue Perspektiven. Insbesondere hat sich der Hotelsektor sichtlich erholt und durch konsequente Rationalisierung die Grundlagen für zukünftige Ertragssteigerungen geschaffen. Um es mit den Worten von Geschäftsführer K.H. Kreuzig auszudrücken,
"wer jetzt noch klagt ist selber schuld."
Nicht nur, dass sich die Wiederbelebung der Hotellerie in ersten Zahlen dokumentiert, so war auch zu hoffen, dass sich der im mittelständischen Bereich aufgelaufene Investitionsstau im Zuge der für 2007 vorgesehenen Basel II Regularien und des dadurch gegebenen größeren Kreditvolumens auflösen würde. Dies ist, wie schon vor einem Jahr berichtet, durch die US Bankenaufsicht in Frage gestellt. Diese moniert, dass die mit Basel II von den Instituten verfolgte Reduzierung der Eigenkapitalhinterlegung dem angestrebten Ziel einer Stabilisierung des Bankensystems zuwider läuft und blockiert derzeit das Verfahren.

Verhaltener ist dagegen die Entwicklung von Restaurationsbetrieben. In diesem Bereich wird die Marktbereinigung weiter fortschreiten, wobei kleine und mittlere Betriebe ohne klares und marktgerechtes Profil am stärksten gefährdet sind.

Ein weiterer Themenschwerpunkt des führenden Branchenvergleiches ist in diesem Jahr die Wertermittlung von Hotelimmobilien. Wie der Report deutlich werden lässt, werden die wenigsten Wertgutachten werder der Rechtssprechung noch den Grundsätzen der Immobilienbewertung gerecht. Zum einen werden Pachten fälschlicherweise dem Unternehmensertrag gleichgesetzt, zum anderen wird der Nachhaltigkeit bzw. der Restnutzungsdauer von Hotelimmobilien nicht angemessen Rechnung getragen.

Insofern ist die Lektüre der soeben erschienen Ausgabe 2006 sowohl für den Unternehmer, als auch für den Investor und Finanzier wiederum spannend wenn nicht unerlässlich.

Zu beziehen ist die 148 Seiten umfassende Publikation entweder direkt unter der bekannten Anschrift BBG-CONSULTING, GAP 15, 40213 Düsseldorf, Tel. 0211-864 000, Fax. 0211-132724 oder über den Fachbuchhandel unter dem CIP-Kurztitel ISSN 0940-8193 der Deutschen Bibliothek.