Sonntag, Oktober 15, 2006

Abzocker wollen Antidiskriminierungsgesetz missbrauchen.

Henning Wüst, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht, berichtet über Abzocker (AGG: Die "Abzocker" kommen", in: Arbeitsrechtblog vom 12. Oktober 2006), die obwohl sie selbst "in guten und gefestigten Arbeitsverhältnissen mit gutem Einkommen" stehen, ihn gefragt haben, ob er für sie mehrere Klagen wegen Verstoßes gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (Neusprech für Antidiskriminierungsgesetz) führen würde. Er hat dies abgelehnt und bittet "alle Anwaltskolleginnen und Anwaltskollegen, Mandate von Interessenten, denen es nur ums 'Abzocken' geht, nicht anzunehmen."

Angesichts der weit verbreiteten Unterbeschäftigung vieler Anwälte ist aber zu befürchten, daß viele nicht nur solche Angebote gerne annehmen, sondern von sich aus Klagen anzetteln, mit Strohmännern als Mandanten oder in Kumpanei mit Verbänden. Und die Rechtsanwaltskammern, die eigentlich dafür zuständig sind, solche Schweinereien zu unterbinden, werden vermutlich genauso wegschauen wie bei missbräuchlichen Massenabmahnungen gegen Verantwortliche von Websites.