Montag, November 06, 2006

StudiVZ in der Kritik.

Allen voran kritisiert Robert Basic das Gebaren der Betreiber von StudiVZ. Karsten Wenzlaff hat gestern eine umfassende Sammlung kritischer Beiträge aus Deutschland für englischsprachige Leser veröffentlicht: "StudiVZ - The glamour is fading (or a chronic on how lack of PR can ruin a good idea)".

Vor diesem Hintergrund verwundert es vielleicht, wenn ich mich so ausführlich mit einer virtuellen Community StudiVZ beschäftige, deren Betreiber - meines Erachtens zurecht - kritisiert werden. Warum befrage ich viele Mitglieder?

Ich interessiere mich mehr für die Menschen, die dort mitmachen, und deren Verhalten und insbesondere für die Chancen der Gastronomie, Gäste und Mitarbeiter damit anzusprechen und weniger für das Verhalten der Betreiber.

Eine ähnliche Sichtweise hat Helge Städtler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Erwachsenen-Bildungsforschung der Universität Bremen, der sich für sein Arbeitsgebiet "Didaktische Gestaltung multimedialer Lernumgebungen" fragt, warum studiVZ Erfolg hat, und davon zu lernen versucht: "studiVZ: Das Lehrveranstaltungssystem 2.0?".

Die Geschichte der virtuellen Communities hat zudem gezeigt, daß sich Mitglieder einer VC (sowohl die "einfachen" Mitglieder als auch Aktivisten) nur in begrenztem Maße steuern (um nicht zu sagen: verarschen) lassen. Siehe dazu meinen früheren Beitrag "Virtuelle Communities und eCommerce", in dem ich auf einige historische Beispiele eingehe.

Wie können Gastronomen grundsätzlich mit solchen virtuellen Communities umgehen?
  • Sie können sich als Unternehmen einklinken. Ziel des Einklinkens in eine bestehende virtuelle Community könnte sein, dort Kunden zu gewinnen. Es kann aber auch sein, daß man seinen bestehenden Kunden den Service einer virtuellen Community zur Verfügung stellen will. Oder beides.
  • Man kann seine Mitarbeiter motivieren, sich dort einzuklinken. Oder auch sich selbst als Person engagieren. Im wirklichen Leben machen das Gastronomen, in dem sie jedem Verein beitreten, der bei Drei nicht auf den Bäumen ist. Und man bevorzugt bei der Personalauswahl gesellige Mitarbeiter.
  • Sie können versuchen, eine eigene virtuelle Community aufzubauen - allein oder mit anderen Partnern (Gastronomen oder auch aus anderen Branchen).