Montag, Dezember 11, 2006

Brauereiwerbung am Point of Sale.

An ein Verbot der Parteienwerbung denkt kein Politiker. Dabei geben sie sogar in Momenten der Wahrheit offen zu, daß sie in Wahlkämpfen bewußt lügen. Stattdessen onanieren Gutmenschen lieber beim Gedanken, Werbung für Spirituosen, Tabakwaren, alkoholische Getränke wie Bier und Wein, Süßigkeiten oder transfetthaltige Speisen zu verbieten.

So wundert es wenig, wenn die Brauerei Karlsberg in einem Akt vorauseilenden Gehorsams ab 2007 auf Plakatwerbung verzichten will: "Karlsberg rüstet für Werbeverbot", in: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung vom 26. Oktober 2006.

Für die Gastronomie sind derartige Werbeverbote und sie antizipierende freiwlligen Werbebeschränkungen von Vorteil. Die Industrie verlagert ihre Großplakat-, Fernseh-, Radio und Printwerbung auf die Werbung am Point of Sale (also in den Getränkefacheinzelhandel, in den Lebensmitteleinzelhandel und nicht zuletzt in die Gastronomie). Die Gastronomie sollte daran denken, ihre Preise für die Plazierung von Werbung für alkoholische Getränke zu erhöhen sowie ihre Ansprüche an Naturalrabatte und die Unterstützung in Form von hochwertiger Aussstattung.

Für die Zusammenarbeit mit Brauereien sollte man Werbeformen und Events auswählen, die sich z.B. an der von Karlsberg formulierten Verantwortungserklärung orientieren. So formuliert Karlsberg:
"Es soll darüber hinaus vermieden werden, dass die Karlsberg Produkte im Zusammenhang mit Trinkwettbewerben promotet werden; hierzu zählen Aktionen, bei denen Personen möglichst schnell, möglichst viel Alkohol zu sich nehmen bzw. Ihnen Alkohol eingetrichtert wird."
Natürlich lassen sich in diesem puritanischen Umfeld auch konträre Aktionen konzipieren, die gerade wegen ihres Gegensatzes zum politisch-korrekten Zeitgeist Aufmerksamkeit erregen. Ein Beispiel: "IV. Huppendorfer Bierathlon 2006", in: Bier-BBG.de.