Freitag, Dezember 08, 2006

Das Gastgewerbe soll mit steigenden Beitraegen zur Berufsgenossenschaft sterbende Branchen subventionieren.

Auf Kosten der Arbeitgeber im Gastgewerbe wollen die Berufsgenossenschaften der produzierenden Branchen ihre Rentenlasten entsorgen. Steigende Beiträge wären die Folge: "Lasten neu verteilen", in: Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten.

Merke: Wenn von "Solidargemeinschaft" und "Belastungen neu verteilen" geschwafelt wird, geht es bloß darum, uns zu schröpfen:
"Die Berufsgenossenschaften schlagen vor, die Belastungen zwischen den Branchen neu zu verteilen. Der Grund: Der Strukturwandel führt in den Branchen des produzierenden und verarbeitenden Gewerbes dazu, dass eine abnehmende Zahl von Unternehmen die Belastung für Renten aus wirtschaftlich besseren Tagen tragen muss."
Hätten die Berufsgenossenschaften der produzierenden Branchen in der Vergangenheit für Rentenlasten Rückstellungen gebildet und entsprechende höhere Beiträge verlangt, bräuchten sie jetzt nicht zu betteln.
"Eine zielgenaue Belastung trage zudem dazu bei, die Branchenvielfalt zu erhalten."
Es kann nicht angehen, daß das Gastgewerbe wie andere Dienstleistungsbranchen das Überleben produzierender Branchen subventioniert, die in Deutschland zum Sterben verurteilt sind.

Das Gastgewerbe subventioniert bereits jetzt andere Branchen:
  • die Insolvenzgeldumlage, die von der Berufsgenossenschaft erhoben und an die Bundesagentur für Arbeit weitergeleitet wird, die damit von einer Insolvenz betroffenen Unternehmen Gelder auszahlt, wird eher von anderen Branchen in Anspruch genommen. Gastgewerbliche Betriebe sterben meist eher leise, ohne Konkursausfallgelder in Anspruch zu nehmen.
  • die Ausgleichsumlage, die an Berufsgenossenschaften mit höheren Risiken eines Arbeitsunfalls weitergeleitet wird. Mit dieser Umlage wird das Gastgewerbe gezwungen, höhere Unfallrisiken z.B. des Baugewerbes mit zu tragen.