Montag, Dezember 11, 2006

Mittelstandshotellerie immer schlechter ausgelastet - BBG-TREUGAST-Betriebsvergleich analysiert die Branche.

In 2007 steht der Hotellerie eines der schwierigsten Jahre der nächsten Zeit bevor. Durch die Fußball-Weltmeisterschaft gab es zwar in diesem Sommer oft "volles Haus", allerdings werden die vielen neu geschaffenen Kapazitäten in naher Zukunft auf eine bestenfalls stagnierende Nachfrage treffen.

Der BBG-TREUGAST-Betriebsvergleich ist ein Management-Tool, das die Kennzahlen der Hotelbranche erfasst, Vergleiche ermöglicht und Optimierungspotenziale aufzeigt.

München/Düsseldorf 01. Dezember 2006. ? Der Schein trügt ein wenig. Dank der blendend verlaufenen Fußballweltmeisterschaft herrschte anschließend auch in der Hotellerie meistenteils Hochstimmung. Zumindest bei den Zimmerpreisen zeichnete sich auch eine Trendwende zum Aufschwung ab.

Doch durch die zahlreichen vor der WM neu eröffneten Beherbergungsbetriebe und den für die nächste Zeit als gesichert geltenden Zuwachs von rund 50.000 Betten wird die reale Auslastung in der kommenden Zeit erheblich sinken. Damit fällt der Wettbewerb in der Hotellerie auf den Stand des Jahres 2002 zurück ? diese Rückschlüsse ermöglichen die Zahlen, die im neu erschienen BBG-TREUGAST-Betriebsvergleich zusammengestellt sind:
  • Die Betriebe der Mittelstandshotellerie in der Gruppe 2bis eine Million Euro Umsatz" mussten im Jahr 2005 eine immer weiter sinkende Auslastung in Kauf nehmen.
  • Der RevPar (Umsatz pro verfügbarem Zimmer) ist dennoch gestiegen ? dank des höheren Zimmerpreises.
  • Das Betriebsergebnis II ist dabei überraschend positiv gegenüber dem Vorjahr (von -0,9 auf 3,6 Prozent).
  • Auch die Kosten in den Bereichen Personal und Ware hielten sich erfreulicherweise in Grenzen.
  • Die gehobene Mittelstandshotellerie mit einem Umsatz bis 2,5 Millionen Euro und einem Beherbergungsanteil von bis zu 50 Prozent verbleibt auf konstantem Niveau.
  • Beachtlich: Die betriebsbedingten Kosten konnten im Vergleich zum Vorjahr von 82,1 Prozent auf 78,4 Prozent gesenkt werden.
Hier zeigt sich, wie wichtig im Hotelbetrieb ein qualifiziertes Kostenmanagement ist: Ein wichtiges Instrument ist dabei der nun zum vierten Mal gemeinsam erschienene BBG-TREUGAST-Betriebsvergleich: Er bietet differenzierte Vergleichswerte aus der gesamten Branche, macht die Werte dank der durchdachten Gruppenbildung komparabel und gehört deswegen zu den gefragtesten Werken seiner Art.

Wie hoch ist die Wareneinsatzquote bei anderen? Wie hoch der Cash Flow, der Personalaufwand? Der Betriebsvergleich "Hotellerie und Gastronomie Deutschland 2006"liefert die Antworten. Herausgegeben wird er von der BBG-Consulting Kanig GmbH und dem TREUGAST Institute of Applied Hospitality Sciences.

Erste Ergebnisse des Betriebsvergleichs: Auch wenn die Zahlen für 2006 überraschend gut aussehen, der Markt bleibt hart. Nur wer professionell arbeitet, sich durch ein scharfes Profil von Mitbewerbern abgrenzt, Pricing und Kostenmanagement mit Nachdruck betreibt, wird letztendlich erfolgreich sein.

Neben der Mittelstandshotellerie musste ebenfalls die konzerngeprägte Großhotellerie Einbußen bei der Auslastung hinnehmen ? und beim Zimmerpreis. Hier schlagen die hohen betriebsbedingten Ausgaben, vor allem für Verwaltung und Energie, zu Buche. Das GOP (Betriebsergebnis) liegt deswegen nur bei 33,9 Prozent. Außerdem wiegen in dieser Gruppe die Aufwendungen für die Pacht schwer ? sie liegen bei durchschnittlich 404 Euro pro Zimmer. Das Betriebsergebnis II von 3,5 Prozent erzeugt ebenfalls keine Hochstimmung.

Auch bei den Wellness-Hotels ist nicht alles Gold, was glänzt: Die wirtschaftliche Situation ist nicht so gut, wie oft berichtet wird. Die durchschnittliche Auslastung stieg zwar von 60 auf 67 Prozent, allerdings bei reduzierten Preisen ? eine Folge des härteren Wettbewerbs. Trotzdem zeigt die gute Auslastung Entwicklungspotenzial für die Zukunft.

Deutlich hinter den Erwartungen zurück blieben die kleinen Hotels garni. Die Auslastung stieg zwar ebenso wie die Average Room Rate (ARR), doch fressen die erheblich gestiegenen Kosten für Personal und Verwaltung die Gewinne auf. Für Pächter blieb nur ein negatives Betriebsergebnis II. Nur Eigentumsbetriebe konnten das Jahr positiv abschließen.

Die Großhotellerie blickt weiter optimistisch nach vorn: Bei einer stabilen Belegung und einer strafferen Kostenstruktur erwiesen die Anbieter in diesem Segment sich als konstant und lassen auf Wachstumspotenzial hoffen. Ebenso gehören die beherbungslastigen größeren Hotels mit durchschnittlich 160 Zimmern zu den Gewinnern: Der RevPar konnte durch höhere Zimmerpreise gesteigert werden, gleichzeitig sank der Personalaufwand. Erreicht wurde ein GOP von 34,3 Prozent und ein Betriebsergebnis II von 6,4 Prozent. Auch aufgeschobene Instandhaltungen wurden endlich in Angriff genommen. Die immer noch zu wenig bekannten Boardinghäuser legten schon im vergangenen Jahr eine traumhafte Auslastung von nahezu 75 Prozent vor ? und sie gehen weiter auf diesem Weg. Mit nur 21,1 Prozent Personalkosten liefern sie einen Spitzenwert. Zwar wurden die "serviced apartments" weniger gebucht als im Jahr zuvor, doch machten sie das durch höhere Verkaufspreise wett. Höhere Pachten verschlechtern das Betriebsergebnis um einen Prozentpunkt.

Die Großgastromonie konnte das Betriebsergebnis II gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessern. Bei andern schwankt das Ergebnis: Sowohl bei den Größten der Großen mit einem Umsatz von mehr als einer Million Euro als auch bei den kleinen Gastronomiebetrieben. Hier ging nicht der Umsatz zurück, sondern die Kosten sind gestiegen ? vor allem in der Verwaltung und beim Personal.

Besonderheiten des Betriebsvergleichs:

Für den aktuellen Betriebsvergleich wurden ausschließlich die neuesten Zahlen von 2005 und die Budgets von 2006 verwendet.

Unterteilt in Betriebsarten und Umsatzgruppen werden unter anderem Klein-, Mittelstands- und Großhotellerie, reine Gastronomiebetriebe und Pensionen getrennt voneinander untersucht und detailliert dargestellt. Der Aufbau des Betriebsvergleichs ist klar nach anwenderfreundlichen Gesichtspunkten strukturiert. Die Aufbereitung der Daten erfolgt praxisnah nach zwei Kontenrahmen: dem Uniform System of Accounts for the Lodging Industry 3 (USALI) sowie dem in Deutschland altbewährten "Mittelstandskontenrahmen" für die Hotellerie und Gastronomie SKR 70 ? diese Analyse ist bislang einzigartig.

Der Betriebsvergleich liefert Hintergrundinformationen für Entscheider und Experten: Projektentwickler und Unternehmer können sich an Durchschnittswerten aus der Branche orientieren, sich an der Konkurrenz messen oder auch eine Bestätigung für eine guten Performance in einem harten Markt erhalten. Banken und Investoren finden eine Argumentationsgrundlage in Hinblick auf kommende Investitionen und Entscheidungen.

Zum vierten Mal kooperieren für die Untersuchung die TREUGAST Solutions Group und die BBG-Consulting Kanig GmbH. Letztere bringt jahrzehntelange Erfahrung bei der Erstellung von Betriebsvergleichen mit. Das TREUGAST Institute of Applied Hospitality Sciences der Unternehmensberatung TREUGAST gibt die jährlich erscheinenden Standardwerke "Investment-Ranking Hotellerie" und "Trendgutachten Hospitality" heraus, die die Ergebnisse des Betriebsvergleichs bestätigen und ergänzen.

Der Betriebsvergleich kostet 59 Euro und ist zu bestellen bei: BBG-Consulting Kanig GmbH, Rathausufer 23, 40213 Düsseldorf, Telefon +49 (0)211-15 97 100, Telefax +49 (0)211-1597 1020 und. TREUGAST Solutions Group, Research & Services, Humboldtstraße 1, 99423 Weimar, Telefon +49 (0)3643-50 00 90, Telefax +49 (0)3643-50 00 92.

Die Betriebsberatung Gastgewerbe (BBG) wurde 1974 als Nachfolgeorganisation des "Vereins zur Förderung des Hotel und Gaststättengewerbes e.V." des Hotel- und Gaststättenverbands und des Wirtschaftsministeriums gegründet. Der Gründungsgesellschafter Wolfgang F. Kanig baute 1997 zusätzlich die BBG-Consulting Kanig GmbH auf, der er heute als geschäftsführender Gesellschafter vorsteht. Neben der klassischen Beratung für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung und Tourismus, liegen die Kernkompetenzen bei Strategie- und Managementberatung, Marketing & Sales, Kostenkontrolle sowie Finanzierung. Als zweites Geschäftsfeld führt und betreibt die BBGCK derzeit acht Hotels und einen Autohof in Deutschland (www.Partnerhotels-Deutschland.de), mit einem Umsatzvolumen von 15 Mio. Euro und 310 Mitarbeitern im operativen Geschäft. Die BBG-Consulting Kanig GmbH ist seit 1974 Herausgeber des Standardwerkes "Hotellerie & Gastronomie Betriebsvergleich".

Die TREUGAST Solutions Group wurde vor mehr als 20 Jahren, 1985, von Stephan Gerhard als Beratungsunternehmen für Hotellerie, Gastronomie und Touristik gegründet und gilt europaweit innerhalb der Branche als einer der führenden Spezialisten. Die Gruppe ist in Deutschland an den Standorten München und Berlin sowie mit Büros in Freiburg und Weimar vertreten.

2005 eröffnete das Unternehmen seine Auslandsniederlassungen in Madrid und Wien. 2006 wurde die asiatische Geschäftsstelle in Shanghai eingeweiht. Die zur Gruppe gehörende Hotelgesellschaft managt darüber hinaus 18 Hotels und Arenen in Deutschland und Österreich. TREUGAST ist der deutsche Lizenznehmer des Gütesiegels "50plus Hotels". Die TREUGASTGruppe beschäftigt im Kerngeschäft rund 50 Mitarbeiter. Im Bereich Operations sind darüber hinaus über 650 Mitarbeiter in Deutschland und Europa tätig. Die Gruppe konzentriert ihre wissenschaftliche Tätigkeit im TREUGAST Institute of Applied Hospitality Sciences. Die American Academy of Hospitality Sciences zeichnete die TREUGAST Solutions Group als erste Beratungsgesellschaft weltweit mit dem Star Diamond Award aus.

(Quelle: Pressemitteilung der Treugast Solution Group).