Montag, Januar 15, 2007

Gegacker.

Die diesjährige HOGA in Nürnberg wurde am 14. Januar 2007 um 10.00 Uhr statt mit einer Rede mit einer Podiumsdiskussion eröffnet. Das Mikrofon ergriffen neben zwei Vertretern der veranstaltenden AFAG:
  • Staatsminister Dr. Werner Schnappauf,
  • Dr. Ulrich Maly, Oberbürgermeister der Stadt Nürnberg,
  • Marlene Mortler, die Vorsitzende des Ausschusses für Tourismus des deutschen Bundestages,
  • Ingrid Hartges, die Hauptgeschäftsführerin des deutschen Hotel-und Gaststättenverbandes e.V. und
  • Siegfried Gallus, dem Präsidenten des Bayerischer Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e.V.
Marlene Mortler gelang es langatmig, das Vorurteil zu bestätigen, es sei ein Fehler, einer Hinterbänklerin das Mikrofon zu reichen. Sie geben es ungern wieder her, auch wenn sie nichts zu sagen haben. Mit Ihrer Ankündigung, sich dafür einsetzen zu wollen, daß bis 2009, also noch in dieser Legislaturperiode, der ermäßigte Mehrwertsteuersatz in der Gastronomie eingeführt werden solle, kann man sich nicht einmal den Hintern abwischen.

Dr. Maly versuchte der Fangfrage des Moderators auszuweichen, ob denn die Preise in der Nürnberger Gastronomie mit der Mehrwertsteuererhöhung steigen müßten. Er redete sich damit heraus, die Preise in der fränkischen Gastronomie seien preisgünstig und für gute gastronomische Produkte könnten auch höhere Preise verlangt werden. Doch die Bürger könnten für alltägliche Speisen nicht mehr zahlen.

Ingrid Hartges watschte den bayerischen Landesvorsitzenden mit einem klaren Votum gegen das von ihm geforderte gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie ab. Am Nachmittag gab es dann noch eine Präsidiumssitzung des Bayerischer Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern e.V., an dem auch der Bundesvorsitzende teilnehmen wollte. Die Sitzung sei "schwierig" gewesen, gab Gallus danach zu.

Dr. Werner Schnappauf scheint es in seiner Zuneigung für seinen Regierungschef Stoiber kaum zu ertragen, daß dieser zur Zeit noch unbeliebter ist als er selbst. Er verteidigte nicht nur das geplante gesetzliche Rauchverbot in der bayerischen Gastronomie, sondern wetterte im Stile der bereits aus dem Amt gejagten ehemaligen Bundesverbraucherschutzministerin Renate Künast auch noch gegen fette Speisen wie Schäuferla und Stadtwurst, zwei der vielleicht populärsten Speisen in Franken bzw. Nürnberg - nach dem Lebensmittel Bier.

Über diese Podiumsdiskussion gibt es auch eine offizielle Pressemitteilung: "Gelungener Auftakt der HOGA 2007!".