Dienstag, Januar 16, 2007

Umsetzung des gesetzlichen Rauchverbots in der Gastronomie Spaniens.

In der politischen Debatte um ein gesetzliches Rauchverbot in der Gastronomie wird in Deutschland und Österreich gerne auf die angeblich positiven Erfahrungen in anderen europäischen Ländern hingewiesen. Manuel Meyer hat sich einmal für die "Ärztezeitung", die ein solches Rauchverbot vehement vertritt, in Spanien umgeschaut:"Rauchverbot in Spanien - ein Vorbild für Deutschland?", in: Ärztezeitung vom 16. Januar 2007.

Nur wenige Gastwirte würden ihren Stammgästen das Rauchen verbieten. Das läge vor allem daran, dass die Regierung sich nicht traute, in Gaststätten rigoros durchzugreifen, zitiert er Raquel Megina, den Vorsitzenden der Anti-Raucher-Vereinigung nofumadores.org. Überhaupt seien nur nur Lokale mit 100 Quadratmetern zum Rauchverbot oder zum Einrichten kleinerer Raucherzimmer verpflichtet. Alle anderen können auswählen, ob bei ihnen geraucht werden darf oder nicht. Den meisten Wirten sei es unangenehm, ein Rauchverbot auszusprechen.

Folglich dürfte in 80 Prozent der kleinen Lokale weiterhin geraucht werden. Den größeren Lokalen gäbe das Gesetz acht Monate Zeit, Raucherzonen einzurichten. Längst nicht alle hätten die Umbaukosten auf sich genommen, obwohl ihnen Bußgelder bis zu 10 000 Euro drohen. Viele würden abwarten, mit welcher Schärfe die Behörden die Verstöße ahnden würden.

In konservativ regierten Regionen wie Madrid oder Valencia hätten die Wirte vermutlich nichts zu fürchten. Dort boykottierten die Politiker das Anti-Rauchgesetz der sozialistischen Regierung.