Mittwoch, Januar 17, 2007

Zechprellerei: Nachtraegliches Zahlen schuetzt vor Strafe nicht.

Im November letzten Jahres hatten wir unseren vorletzten Fall von "Zechprellerei" in unserem Bamberger "Café Abseits". Was damals geschehen ist und warum es den Straftatbestand der "Zechprellerei" eigentlich nicht gibt, erfahren Sie in meinem damaligen Beitrag "Gastronomie-Rechtsprechung".

Vor ein paar Tagen hatten wir wieder einen Gast, der nicht zahlen wollte oder konnte. Ein fast schon übermotivierter, auf alle Fälle mutiger Mitarbeiter hat sich, nachdem der Gast behauptet hat, er habe zu Hause sein Geld vergessen, sogar dazu überreden lassen, den Gast, der in Nähe wohnt, mit nach Hause zu begleiten. Doch auch dort war nichts zu holen und wir haben Strafanzeige erstattet. (Wir werden natürlich unsere Mitarbeiter schulen, sich in Zukunft nicht mehr in solche Gefahr zu begeben).

Tage später kam der Übeltäter recht kleinlaut und hat die offene Rechnung beglichen. Das ist zwar ehrenwert, wird ihn aber vor einer Strafe nicht schützen, auch wenn dies manche Zechpreller glauben:
  • Unser zivilrechtliche Anspruch auf Bezahlung wird nicht dadurch erledigt, daß eine Geldstrafe an den Staat entrichtet werden muß.
  • Ein nachträgliches Begleichen der geprellten Rechnung schützt nicht vor Strafe. Aber eventuell wird die Staatsanwalt milde gestimmt und bewegt, das Verfahren einzustellen.