Samstag, Februar 17, 2007

Eroeffnung der Biofach 2007: Redner und Schwaetzer.

Herwig Danzer berichtet über die Biofach 2007 und hat dankenswerterweise einen Auszug aus der Rede von Carlo Petrini, Gründer und Präsident von Slow Food International, online gestellt (in italienischer Sprache): "Biofach 2007".

Ich habe mir diese Rede, genauer gesagt die deutsche Simultanübersetzung, auch angehört. Carlo Petrini hat, im Unterschied zu dem ansonsten in der Regel eher kleinlichen Gerede über Bio, die politische Dimension im Sinne einer Rettung der Menschheit sehr überzeugend, um nicht zu sagen theatralisch, vermittelt.
"Der ökologische Landbau ist der einzige Weg, den wir gehen können, um diesen Planeten zu retten!"
Carlo Petrini
Dr. Carlo Petrini, Präsident von Slow Food International bei der Eröffnungsrede.
Bildquelle: NürnbergMesse

Am Ende seiner Rede erinnerte er an das Wort von Kennedy, er sei ein Berliner und rief in den Saal: "Ich bin Bio-Bauer!". In Anspielung auf die deutsche Wiedervereinigung schloß er mit den Worten, die Mauer werde einstürzen.

Um so deutlicher fiel der nachfolgende Redner Gerd Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, ab. Er mußte sich zu Recht Buhrufe wie Schwätzer und Phrasendrescher anhören, als er versuchte, die Unterschiede zwischen ökologischer und herkömmlicher Landwirtschaft zu verwischen. Daß nicht der zuständige Bundesminister die Anprache hielt, war auch ein deutliches Zeichen für die Bedeutung, die die fette Regierung der ökologischen Landwirtschaft beimißt. Sonst hätte Seehofer sich zwischen seinen familiären und außerfamiliären Verpflichtungen wohl Zeit dafür genommen. Oder hat er sich von den Forderungen, Seehofer wieder auszuladen abschrecken lassen?

Edmund Soutcheck hat Gerd Müller interviewt: "Staatssekretär Müller fordert zum Umstieg auf Bioproduktion auf" von NürnbergMesse.