Samstag, Februar 17, 2007

INTERNORGA-Studie GV-Barometer 2007: Investitionen vor allem im Care-Bereich geplant.

Das Investitionsklima in der Gemeinschaftsverpflegung (GV) hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert. Das ist das erfreuliche Ergebnis des sechsten GV-Barometers. Die von der Hamburg Messe anlässlich der INTERNORGA bei dem Marktforschungsinstitut Synovate (vormals Roland Berger Market Research) in Auftrag gegebene Studie beschäftigt sich mit dem Investitions- und Innovationsklima in der deutschen GV. Sie gilt als wichtiges Stimmungsbarometer der Branche im Vorfeld der INTERNORGA. Die Leitmesse für den Außer-Haus-Markt öffnet ihre Tore vom 9. bis 14. März auf dem Hamburger Messegelände.

Insgesamt beurteilen 60 % der befragten GV-Betriebe das Investitionsklima 2007 als gut. Das ist eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr (51 %). Lediglich 10 % beurteilen das Investitionsklima als nicht so gut, das ist der niedrigste Wert seit Einführung des GV-Barometers 2002. Bei den Betriebsrestaurants hat sich das Investitionsklima im Vergleich zum Vorjahr von 53 % auf 63 % verbessert, in der Klinik- und Heimverpflegung von 50 % im Vorjahr auf 58 %.

Für die repräsentative Umfrage wurden die Entscheidungsträger für den Verpflegungsbereich (in der Regel die Küchenleiter) von 303 GV-Betrieben im gesamten Bundesgebiet befragt, davon 127 Betriebsrestaurants (so genannter Business-Bereich) sowie 176 Klinik- und Heimverpflegungsbetriebe (Care-Bereich), darunter 83 Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäuser, Reha-Kliniken und Sanatorien sowie 93 Seniorenheime. Erstmals gefragt wurde auch nach dem Angebot von Kaffeespezialitäten.

Demnach planen 66 % der GV-Betriebe 2007 Anschaffungen (Vorjahr: 63 %). Ein deutlicher Anstieg ist im Care-Bereich zu verzeichnen. Hier wollen 67 % der befragten Betriebe 2007 investieren (Vorjahr: 62 %), vor allem allgemeine Ausstattungen wie Bestecke und Geschirr (53 %), Ausstattungen zum Kochen (33 %) sowie Speisentransport- und Serviesysteme (30 %, kontinuierlicher Anstieg seit 2005). Im Business-Bereich planen 64 % der befragten Betriebe Investitionen (Vorjahr: 65 %). Auch hier stehen allgemeine Ausstattungen mit 44 % an erster Stelle vor Ausstattungen zum Kochen mit 39 % (kontinuierlicher Anstieg seit 2005) sowie Ausstattungen zur Warenpräsentation mit 31 %.

Von den GV-Betrieben, die 2007 investieren wollen, verfügen rund 30 % über ein Budget von 50.000 Euro und mehr. Bei der Klinik und Heimverpflegung steigt dieses Investitionsvolumen seit drei Jahren kontinuierlich, während es bei den Betriebsrestaurants stetig sinkt. 20 % der GV-Betriebe haben für das Jahr 2006 geplante Investitionen nicht durchgeführt, von denen wollen mehr als die Hälfte (52 %) die Investitionen in 2007 nachholen.

Bei den Subventionen von Betriebsrestaurants setzt sich der Trend der Vorjahre zum Abbau fort. Zwar sind bei 17 % der Betriebsrestaurants die Subventionen im Schnitt um 14 % gestiegen, doch sind demgegenüber bei 32 % der Betriebe die Subventionen um durchschnittlich 15 % gesunken. Umstrukturierungsmaßnahmen wurden vor allem im Care-Bereich ergriffen, am häufigsten die Zentralisierung der Essenzubereitung (Care: 44 %, Business: 39 %) vor dem Personalabbau (Care: 36 %, Business: 25 %).

Ungebrochen hoch ist das Interesse der GV-Betriebe an neuen Produkten der Nahrungs- und Genussmittelindustrie (Betriebsrestaurants: 62 %, Klinik- und Heimverpflegung: 49 %). Für den Business-Bereich wichtig sind konstante Qualität (99 %), bessere Optik (89 %) und besserer Geschmack (81 %). Auch im Care-Bereich steht konstante Qualität (94 %) an erster Stelle, gleichauf folgen Zubereitungssicherheit und bessere Optik (je 78 %). Das größte Interesse besteht in beiden Bereichen an Gemüse (82 % bzw. 77 %).

Erstmals wurden die GV-Entscheider nach ihrem Kaffee-Angebot befragt. Im Business-Bereich sind Kaffeespezialitäten weit verbreitet (88 %), im Care-Bereich mit 71 % nicht ganz so stark. Grundsätzlich gilt: Je größer der Betrieb, desto häufiger werden Kaffeespezialitäten angeboten. 63 % der GV-Betriebe, die Kaffeespezialitäten anbieten, betonen, damit zusätzlichen Umsatz zu erzielen. Als weitere Vorteile nennen sie: Kaffeespezialitäten sprechen auch Zielgruppen an, die bislang nicht erreicht wurden (43 %) und unterstützen den Verkauf von Artikeln aus dem Snackbereich (42 %). Entsprechend planen 39 % dieser GV-Betriebe, ihr Kaffee-Angebot noch auszuweiten.

Die Gemeinschaftsverpflegung in Deutschland umfasst nach Informationen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga rund 30.000 Betriebsrestaurants, Restaurants und Kasinos, die pro Woche rund 30 Millionen Mahlzeiten servieren. Hinzu kommen mehr als 16.000 Kliniken, Heime und Reha-Einrichtungen, die täglich rund 1,2 Millionen Menschen versorgen. Die Branche setzt jedes Jahr geschätzte 15 Milliarden Euro um.

Die INTERNORGA, 81. Internationale Fachmesse für Hotellerie, Gastronomie, Gemeinschaftsverpflegung, Bäckereien und Konditoreien, ist vom 9. bis 14. März täglich von 10 bis 18 Uhr auf dem Hamburger Messegelände geöffnet. Rund 1.000 Aussteller aus dem In- und Ausland präsentieren Neuheiten, Trends und Komplettlösungen für den Außer-Haus-Markt. Eintritt für Fachbesucher: 24 Euro (Zweitageskarte 34 Euro), Fachschüler: 12 Euro. Der Einlass erfolgt nur nach Legitimation als Fachbesucher.

(Quelle: Pressemitteilung der Hamburg Messe).