Mittwoch, Februar 21, 2007

Kennzeichnungspflichtig statt gesetzlichem Rauchverbot.

"Wenn es schon eine gesetzlich verankerte Regelung des Nichtraucherschutzes geben muss, dann spricht sich der DEHOGA Thüringen für eine Kennzeichnungspflicht der gastronomischen Betriebe aus. Diese zeigt dem Gast schon vor Betreten eines Lokals, ob es sich um einen Raucher- oder Nichtraucherbetrieb handelt"
schlägt Dirk Ellinger, Geschäftsführer des DEHOGA Thüringen, vor.

Um einen für Gastronomen wie Gäste unverständlichen Flickenteppich an verschiedenen Rauchverbotsgesetzen aufgrund der föderalen Zuständigkeiten im Gaststättenrecht zu vermeiden, sieht der DEHOGA Thüringen einen Ausweg in der Deklarierungspflicht für alle. Diese könnte mit entsprechenden Aufklebern oder Schildern am Eingang eines Restaurants oder Cafés umgesetzt werden. So wäre für den Gast schon vorm Betreten erkenntlich, ob geraucht werden darf oder nicht.

Der DEHOGA Thüringen befürwortet grundsätzlich Aktivitäten zum Nichtraucherschutz, allerdings muss dabei der Tatsache Rechnung getragen werden, dass die Gaststätte lediglich einen offenen und keinen öffentlichen Raum darstellt. Das bedeutet, dass es schon einen Unterschied gibt, ob es sich um eine Behörde, eine Schule oder aber eine Gaststätte handelt. Demzufolge sollte es für den Unternehmer auch keine Pflicht geben, dass Rauchen in seinem Objekt zu verbieten. Auch für Gastronomen sollte die im Grundgesetz verankerte unternehmerische Entscheidungsfreiheit zum Tragen kommen.

Zur Anzeigenpflicht erklärt Ellinger:
"Diesem Vorschlag liegt die Idee zugrunde, dass auf diese Weise die Interessen von Unternehmern und Gästen gewahrt bleiben. Solange Rauchen generell erlaubt ist, würde ein Rauchverbot für die Gastronomie zu stark in die unternehmerische und die Entscheidungsfreiheit des Gastes eingreifen."
Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Zahl der Nichtraucherangebote aufgrund der veränderten gesellschaftlichen Wünsche und Nachfragen auch ohne strikte Verbote gestiegen ist. Dies zeigt zum einen die hohe Zahl der Nichtraucherzimmer in der Hotellerie oder die Rauchfreiheit der Frühstücksräume in den Hotels.
"Unsere Betriebe sollen natürlich das widerspiegeln was vom Gast gewünscht und geäußert wird. Das heißt, je mehr Gäste Nichtraucherschutz fordern und dies den Unternehmern auch deutlich machen, desto größer wird das entsprechende Angebot sein. Deshalb sollte jeder Gast seinen Einfluss als Konsument im Restaurant oder Café geltend machen. Der Gastronom kann es sich nicht leisten, sich den Wünschen seiner Gäste zu verschließen, sind sie doch sein höchstes Gut
unterstreicht Ellinger.

Mit einer Deklarationspflicht hätten wir eine klare, für jeden sofort erkennbare Abgrenzung. Dann wäre es an jedem mündigen Gast, sich frei zu entscheiden. Auch die Gastronomen würden in ihrer Entscheidung nicht entmündigt und könnten die beste Entscheidung für ihr Unternehmen treffen. Damit wäre eine Deklarationspflicht und nicht ein gesetzliches, wie auch immer ausgestaltetes Verbot, als Lösungsmöglichkeit zu sehen.

(Quelle: Pressemitteilung der DEHOGA Thüringen).