Donnerstag, Februar 01, 2007

Pangasius.

Das in der Meldung "Gastwirt verkaufte falsche Seezunge", in: SWR Nachrichten vom 1. Februar 2007, verbreitete Urteil eines Amtsgerichts ist wohl vor allem wegen der Höhe der verhängten Geldstrafe (225.000 Euro) spektakulär (der Staatsanwalt hatte sogar eine Freiheitsstrafe auf Bewährung und 700.000 Euro gefordert), aber auch wegen der (regionalen) Bekanntheit des verurteilten Großgastronomen. Mich hat mehr noch fasziniert, daß es dem Verteidiger gelungen ist, die Richter davon zu überzeugen, der Kollege habe gedacht, beim Pangasius handele es sich um eine Art asiatischer Seezunge. Den Gästen war der Unterschied jahrelang geschmacklich nicht aufgefallen.

Bei einem Fischgroßhändler, den ich in diesem Zusammenhang nicht nennen möchte, weil er mit dem Fall nichts zu tun hat, heißt es zum Pangasius:
"Servieren Sie Ihren Gästen doch auch einmal die preisgünstige Fisch-Alternative aus Fernost."
In der Tat ist diese Welsart in Deutschland noch recht unbekannt, aber in Asien und Amerika schon populär. Aber machen Sie sich dann die Mühe, Ihren Gästen zu erklären, was da auf den Tisch kommt.

Mehr über den "Pangasius" im Fischlexion der Deutschen See.

Pengasius ist mittlerweile wohl bei allen Fischgroßhändlern zu bekommen. Die Deutsche See offeriert neben Filets auch eine Reihe von Convenience-Produkten, z.B. einen "Pangasiusfilet-Spieß 'Ananas-Ingwer'".