Samstag, Februar 24, 2007

Raucherzelte.

In Bayern sollen Gastronomen Bierzelte als "Raucherzelte" deklarieren können, hat der "Bärentöter" Dr. Werner Schnappauf versprochen, der noch amtierende bayerische Staatsminister für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz: " Grüne kritisieren Beschluss zum Nichtraucherschutz", in: Die Neue Epoche vom 24. Februar 2007.

Die Entscheidung über die Rauchfreiheit in Bierzelten den Hausherrn zu überlassen, ist goldrichtig. Genauso müsste man es in allen Betrieben machen. Wieso eine vernünftige Lösung nur in Bierzelten gelten soll? Die CSU muß ansonsten befürchten, daß ihr in ihren Veranstaltungen in Bierzelten ziemlich viel Ärger ins Haus stünde, falls sie sich erdreisten würde, dort ein Rauchverbot durchzusetzen. Diesen Ärger kann sie aber, wenn sie sich traut, auch in der sonstigen Gastronomie bekommen. In unserem Bamberger Café Abseits treffen sich nicht nur regelmäßig Stammtische von Lesben und Schwule, sondern bei uns findet alljährlich auch ein Drei-Königs-Frühstück des Kreisverbandes Bamberg-Stadt der Jungen Union statt. Ein Hausverbot ist schnell ausgesprochen.

Außerdem wirft der Bärentöter-Vorschlag auch Fragen auf:
  • Was ist mit Weinzelten, mit Festzelten, mit Kaffeezelten usw.?
  • Wirft ein bayerischer Sonderweg nicht in anderen Bundesländern die Frage auf, ob diese Ungleichbehandlung rechtswidrig ist?
  • Was ist ein Zelt? Z.B. nutzt eine mir bekannte Gasthausbrauerei ein Bierzelt, um den Gastraum zu verlängern. Man kann unmittelbar von der Gaststätte in das Bierzelt wechseln und umgekehrt. Das Bierzelt ist beheizt und wird ganzjährig betrieben. Gilt dann im ummauerten Gastraum ein Rauchverbot und im Bierzelt darf geraucht werden? Dies ist zwar ein Sonderfall, aber ähnliche Konstruktionen lassen sich in einigen Betrieben errichten.