Donnerstag, Februar 22, 2007

Schnell und freundlich.

Trotz allem Gerede, schneller Service und freundliches Benehmen seien wichtig, werden gastronomische Betriebe eher kultig, wenn sich bei der Ausgabe lange Schlangen bilden oder die Gäste mit "freier Schnauze" angemacht werden. Vier Beispiele:
  • Regional berüchtigt ist die Bamberger Brauereigaststätte "Schlenkerla", die aber heutzutage ihrem Ruf, die meist ältereren Service-Mitarbeiterinnen würden Gästen mitunter über das Maul fahren, (leider) nicht mehr gerecht wird. Man muß schon daran arbeiten, z.B. sich an einen Tisch setzen, wenn man denn einen Platz finden sollte, in der Mittagszeit ein paar mitgebrachte Leberkäsesemmel von der nahegelegenen Metzgerei Liebold auspacken und laut rufen: "Fräulein, einen Schnitt!".
  • Lange Schlangen mit überaus freundlichem Service bietet Shake Shack.
  • Die Imbissbude "Curry 36" kombiniert lange Schlangen mit "Berliner Charme" und ist in Verbindung mit der angeblich besten Currywurst der Welt trotzdem oder auch deswegen ungemein erfolgreich. Bei Qype bringt sie es auf 36 Kommentare. Wenn die Berliner Morgenpost kommt, ist "man immer freundlich und gut gelaunt".
  • Zu internationaler Berühmtheit hat es der "soup nazi" in New York gebracht. Siehe dazu meinen frueheren Beitrag: "Besessen von Qualität". Außerhalb der Comedy-Serie "Seinfeld" hat sich der Betrieb des im Fernsehen karikierte New Yorker Gastronom Al Yeganeh als Franchisegeber prächtig entwickelt: The Original Soupman.

    Die Regeln für den Gast, denen unbedingt Folge zu leisten ist, lauten auf deutsch:
    "Für den schnellsten und besten Service muß die Reihe in Bewegung gehalten werden:
    • Wählen Sie Ihre Suppe!
    • Halten Sie Ihr Geld bereit!
    • Rücken Sie nach der Bestellung ganz nach links!