Montag, März 12, 2007

Alkoholmissbrauch von Kindern und Jugendlichen.

Im Mai 2004 hat der Deutsche Bundestag die Einführung einer Sondersteuer auf Alcopops beschlossen. Siehe dazu diverse Beiträge in diesem Blog.

Begründet wurde diese Steuer damit, man wolle Kinder und Jugendliche vor Alkoholmissbrauch schützen. Wir haben rechtzeitig darauf hingewiesen, daß diese Sondersteuer auf leicht alkoholische, teure Fertigmixgetränke in die Irre führt. Siehe dazu unseren Beitrag vom 25. November 2003: "Alcopops - zum Zweiten".

Im dritten Jahr nach Einführung dieser Sonderersteuer auf Alcopops könnte man erwarten, daß die Politiker, die sich für die Alcopop-Steuer stark gemacht haben, und der Deutsche Bundestag, der sie beschlossen hat, evaluieren, ob sie Jugendliche dazu gebracht hat, weniger zu saufen.

Doch es ist, wie ich erwartet habe, gerade anders herum gekommen. Mittlerweile meiden Jugendliche diese teuer gewordenen, leicht alkoholischen Getränke und schütten sich stattdessen mit puren Spirituosen und selbst gemischten, im Vergleich zu Alcopops hochprozentigen Longdrinks die Birne zu: "Schon Zwölfjährige trinken regelmäßig Hochprozentiges", in: Tagesspiegel vom 9. März 2007.

Nachtrag vom 13. März 2007: Auch die Drogenbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Maria Eichhorn, muß ihren Senf dazu abgeben (""Komasäufer" alarmieren Politiker", in: Financial Times Deutschland vom 13. März 2007):
"Wichtig sei zudem, dass das geltende Jugendschutzgesetz eingehalten werde, das ein Verkaufsverbot von hochprozentigem Alkohol an Minderjährige vorsieht. 'Das Verbot muss voll ausgeschöpft werden. Daher müssen die Kontrollen konsequent durchgeführt werden', sagte Eichhorn."
Die diversen Drogenbeauftragten sollten sich einfach mal zusammensetzen und sich überlegen, was sie den dafür verantwortlichen Kommunen - ungefragt und folgenlos - empfehlen wollen: Sollen die durchschnittlich 0,5 kommunalen Mitarbeiter je hundert gastgewerblichen Betrieben sich in Zukunft vor allem um das die Einhaltung des gesetzlichen Rauchverbots in der Gastronomie kümmern oder nun doch lieber primär um die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes und anderer Gesetze? Vielleicht wäre es effizienter, das viele Geld für die Stellen dieser diversen überflüssigen Beauftragten im Bund und in den Ländern einzusparen und den Kommunen vor Ort zur Verfügung zu stellen?