Sonntag, März 18, 2007

Deutsche Winzerblogs.

Ob sich eine Website für einen gastronomischen Betrieb lohnt, kann insbesondere angezweifelt werden, wenn mehrere Faktoren zusammenkommen:
  • wenn Gäste und Zielgruppen das Internet wenig nutzen. Siehe dazu: "Nichtnutzer von Online: Kern von Internetverweigerern?" (PDF) von Maria Gerhards and Annette Mende.
  • wenn das Zielgebiet sehr klein ist, etwa bei einer typischen Eckkneipe, in der sich die Nachbarn treffen, oder bei Konzepten, die auf Laufkunden setzen.
  • wenn auswärtige Gäste für den Betrieb nicht interessant sind und umgekehrt,
  • wenn es sich um einen Einzelbetrieb handelt.
Ganz anders sieht das bei den meisten Winzern aus. Zwar gibt es auch bei Winzern kleine Nebenerwerbsbetriebe, die den Wein nicht selbst ausbauen oder nur im weiteren Bekanntenkreis und über die Straße verscheuern. Alle anderen Winzer haben jedoch einen räumlich weiter gestreuten Abnehmerkreis und meist auch gewerbliche Abnehmer (Gaststätten, Weinhändler usw.) außerhalb des engen Umfelds. Umso erstaunlicher ist es, daß zumindest in Deutschland Winzer mittlerweile zwar Websites besitzen, aber die kommunikativen Chancen, die Weblogs bieten, von den wenigsten Winzern genutzt werden.

Der Weinjournalist Mario Scheuermann, u.a. Veranstalter des Hamburger Weinsalons, hat die deutschen Winzer dazu aufgefordert und mit der Ankündigung eines deutschen Wein-Blog-Award nach amerikanischem Vorbild zu locken versucht - mit einigem Erfolg: "Die nächsten bitte...".