Donnerstag, März 29, 2007

Die grosse Schweinerei.

Vor vielen Jahren hatten wir einen jungen Amateurbasketballer im Service-Team. Sein Trainingsfleiß und sein Hunger sind enorm gewesen. Eines Tages erzählte er mir, was er am Vorabend erlebt hat, eine Geschichte, an die ich heute denken mußte.

Er war mit seinesgleichen im Restaurant eines Kollegen (mittlerweile geschlossen) und hat dort das Angebot "Tacos - all you can eat" wahrgenommen. Sie hauten kräftig rein und bemerkten, daß der Nachschub immer langsamer kam. Irgendwann wurde es der Bedienung zu viel und sie weigerte sich, noch mehr Tacos zu servieren. Die Gruppe verließ empört den Betrieb und schwor sich, nie mehr dort einzukehren. Unser Mitarbeiter ist noch nach Tagen empört gewesen und erzählte seine Geschichte jedem, der es hören wollte oder auch nicht.

Eingefallen ist mir diese alte Geschichte, als ich im Blog vom Landgasthof Meyer-Bünne die Story "Die Große Schweinerei: '7 Herren = 51 Schnitzel'" gelesen habe. Dem Kollegen Jörg Meyer wurden bei seinem All-You-Can-Eat-Angebot auch die Haare vom Kopf gegessen. Aber statt sich zu ärgern und die Gäste zu verärgern, macht er eine Blog-Story draus. Wetten, daß die sieben jungen Gäste, die 51 kleine Schnitzel geschafft haben, den Landgasthof über den grünen Klee loben werden und ihren Freunden und Bekannten davon erzählen werden, daß ein Bild von Ihnen und ihrer rekordverdächtigen Leistung veröffentlicht worden ist?

Man kann sowas natürlich auch übertreiben oder perfektionieren, etwa einen Schnitzelkönig küren, ihn interviewen, auszeichnen, krönen, Herausforderer suchen usw. Siehe dazu: "Schnitzel im Müll".

Oder man begrenzt die Zeit, in der die Schnitzel verdrückt werden müssen: "Speedy Gonzales". Aber solche Zuspitzungen passen nicht unbedingt zum seriösen Charakter eines Landgasthofes.

Mehr über "Erlöse im Gastgewerbe: Erlösquellen und Preispolitik".