Sonntag, März 11, 2007

Seine Mitstreiter kann man sich manchmal nicht aussuchen.

Stephan Steins wirkte Ende der 70er / Anfang der 80er Jahre am Aufbau des weltberühmten Künstlerlokals "Restaurant Paris Bar" in Berlin mit und war bis 1990 selbständiger Gastronom. 1990 begann er die Herausgabe einer neuen, an der historischen Zeitung orientierten "Die Rote Fahne" zu organisieren.

Sein Artikel "Die Nichtraucherindustrie. Wie die freie Gastronomie zerschlagen werden soll", in: Rote Fahne vom 10. März 2007, ist eine bemerkenswerte Melange aus pseudomarxistischem-pseudosozologischem Geplapper und teilweise korrekter Analyse struktureller Verhältnisse in der Gastronomie. In Sachen Rauchverbot teile ich seine Meinung:
"Die Propaganda behauptet, es gäbe ein mehrheitliches gesellschaftliches Interesse an Nichtraucher-Lokalen und auch deswegen sei nicht mit Umsatzeinbußen zu rechnen. Hier kommt die wohl wichtigste Lüge der Nichtraucherindustrie ins´ Spiel:

Was die Lobbyisten und politischen Funktionäre der Nichtraucherindustrie in der öffentlichen Debatte hartnäckig verschweigen ist, dass es bereits nach dem bestehenden Recht jedem Gastronomen erlaubt ist, seinen Betrieb von jetzt auf gleich zu einem Nichtraucher-Lokal zu erklären. Und zwar, für Deutschland völlig untypisch, ohne den geringsten bürokratischen Aufwand. Kein einziges Formular muss dafür ausgefüllt, kein einziger Antrag gestellt werden, es reicht allein, den Gästen zu signalisieren oder mitzuteilen, dass in der Gaststätte nicht geraucht werden darf.

Gäbe es die behauptete hohe Nachfrage nach solchen Nichtraucher-Lokalen, müssten diese nach den Gesetzen der Logik also wie Pilze aus dem Boden schiessen.

Wenn man das weiss, hat sich die gesamte Diskussion eigentlich bereits erledigt....

Eine Gaststätte, sofern es sich nicht um eine Betriebskantine oder ähnliches handelt, ist kein öffentlicher Raum. In einer (Kultur-)Gaststätte finden sich Menschen gleicher kultureller Interessen freiwillig zum Zwecke des privaten Verkehrs zusammen. Wem das nicht passt, der möge bitte ein anderes Etablissement aufsuchen. Oder eines eröffnen."