Montag, März 26, 2007

Umsatzbesteuerung beim Verzehr von Speisen in Raucherzonen.

In den Bundesländern wird geplant, das Rauchen in der Gastronomie "generell" zu verbieten. Je nach konkreter Ausgestaltung könnte dies dazu führen, daß rauchende Gäste gezwungen werden, die Betriebssstätte zu verlassen, um zu rauchen. In der politischen Debatte wurde bislang übersehen, daß dies auch Auswirkungen auf die Umsatzsteuerzahllast hat.

Bestellt ein Gast eine Speise, um sie außer Haus zu verzehren, wird statt des normalen Mehrwertsteuersatzes in Höhe von zur Zeit 19% nur der ermäßigte Mehrwertsteuersatz in Höhe von zur Zeit 7% fällig. Siehe dazu: "Umsatzsteuerliche Behandlung von Außer-Haus-Lieferungen mit Speisen und Getraenken".

Eine Abgabe zum Verzehr an Ort und Stelle (bei der der normale Mehrwertsteuersatz anzuwenden ist) ist nach dem Umsatzsteuergesetz anzunehmen, wenn
  • Speisen nach den Umständen der Abgabe dazu bestimmt sind, an einem Ort verzehrt zu werden, der mit dem Abgabeort in einem räumlichen Zusammenhang steht,
  • und besondere Vorrichtungen für den Verzehr an Ort und Stelle bereitgehalten werden.
Das heißt: Wenn der Gastronom außerhalb seines Betriebsgrundstücks z.B. Tisch und Stühle bereit stellt, wo die Speisen verzehrt werden können, und der Gast dort bedient wird oder beim Selbstabholen an der Theke die Absicht äußert, Speisen dort zu verzehren, wird der normale Umsatzsteuersatz fällig.

Gibt es hingegen keine besondere Vorrichtung, ist etwa ein Stehtisch nur so klein, um einen Aschenbecher und Gläser abzustellen, oder bejaht der Gast eine Frage, ob er die Speise mitnehmen möchte, und wird sie dann in eine Transportpackung verpackt statt auf einem Teller serviert, wird nur der ermäßigte Mehrwertsteuersatz fällig.

Mein Tipp:
  • Verwenden Sie nur kleine Stehtische, wenn überhaupt.
  • Fragen Sie den Gast, der an der Theke oder einem Schalter bestellt, ob er außer Haus essen möchte.
  • Verpacken Sie die Speise in eine Transportverpackung, so daß er sie raustragen kann, ohne zu kleckern.
  • Verbuchen Sie den Erlös dann mit 7 Prozent.