Samstag, April 14, 2007

Arbeiterkammer.

Das Bundesarbeitsministerium plant angeblich die Einführung einer Arbeiterkammer nach dem Vorbild Österreichs: "Müntes Mindestlohn-Behörde", in: Die Welt vom 14. April 2007.

Damit kämen auf die Arbeitnehmer in Deutschland weitere Lohnebenkosten zu. In Österreich sind als Beitrag für die dortige Arbeiterkammer 0,5% der Beitragsgrundlage für die Krankenversicherung fällig.

Die parteipolitische Absicht der SPD ist unschwer zu erkennen. Da die SPD im Deutschen Gewerkschaftsbund und den ihn tragenden Gewerkschaften zunehmend an Einfluß verliert und SED/PDS/Die Linke an Einfluß gewinnt, will die SPD:
  • neue, gut bezahlte Jobs für die ihr nahe stehenden Sesselfurzer,
  • den Einfluß der Gewerkschaften schwächen. Neben dem neuen Beitrag zur Arbeiterkammer würden nicht mehr allzuviele Arbeitnehmer auch noch Gewerkschaftsbeiträge zahlen.
Schon die Nazis hatten versucht, mit der Gründung der Deutschen Arbeitsfront am 10. November 1993 die freien Gewerkschaften den Boden zu entziehen.

Da die Mitarbeiter der Arbeiterkammer eigentlich nicht ausgelastet sind, vertreibt man sich die Zeit mit Fussballspielen, gerne auch gegen die Mannschaft der Arbeiterkammer des Saarlandes.

Die im insolventen Saarland noch dahin vegetierende Arbeiterkammer Saarland ist mit ein Grund für die Rückständigkeit dieses Bundeslandes. Sie kostet die Arbeitnehmer 0,15 Prozent des Bruttolohns. Der Beitrag wird von den Finanzämtern erhoben. Die Arbeitnehmer können die Vertreterversammlung der saarländischen Arbeiterkammer nicht einmal selbst wählen. Die 42 Mitglieder der Vertreterversammlung werden vom saarländischen Landtag für sechs Jahre gewählt. So ungefähr stelle ich mir die Unter-Deck-Besatzung der "Titanic" vor.