Montag, April 23, 2007

Die besten Biere der Welt.

Beeindruckt von der Kompetenz des Autors Paul Katzenberger habe ich eine Rezension des Buches "Die hundert besten Biere der Welt" gelesen, die in der Süddeutschen Zeitung vom 23. April 2007 veröffentlicht worden ist: "Bier-Bibel oder Hassobjekt".

Ab und zu irrt aber auch der Kritiker des Buches:
"Biere wie etwa das 'Bamberger Klosterbräu Gold', das 'Hübner Bräu Vollbier', das "Eschawecka Zoiglbier' und etliche weitere der genannten Biere werden nur in Kleinstmengen von wenigen tausend Hektolitern pro Jahr produziert und sind daher den Biertrinkern in ihrer Region vorbehalten."
Beim Hübner Bräu Vollbier stimmt das. Davon werden pro Jahr ca. 6000 Hektoliter gebraut, wie man mir gerade am Telefon verraten hat. Ob vom Klosterbräu Gold mehrere tausend Hektoliter pro Jahr gebraut werde, möchte ich bezweifeln. Mit ein paar Tausende Hektolitern für alle Sorten einer Brauerei ist man in Oberfranken schon ein kleiner Gott. Von "Kleinstmengen" würde ich hier bei uns erst reden, wenn es sich um ein paar Hundert Hektoliter pro Jahr und Brauerei handelt. Insbesondere von saisonalen Bieren werden mitunter nur ein paar Dutzend Hektoliter jedes Jahr gebraut. Je nach Volumen pro Sud (z.B. 9 Hektoliter wie bei Drei Kronen in Memmelsdorf oder 45 Hektoliter bei der Brauerei Kundmüller in Weiher) und der Anzahl Sude, die man einer Sorte gönnt. Wenn ich etwa vom "Mönchsambacher Maibock" in diesem Jahr 2 Hektoliter abbekommen sollte, breche ich in Jubel aus, denn dieses Bier ist in der Regel am Tag des Bockbieranstichs (1. Mai) schon ausverkauft bzw. vorverkauft. Vielleicht schicke ihm mal ein Franken-Bier-Quartett.

Der Grund dafür, daß man solche Biere außerhalb ihrer Heimat kaum bekommt, liegt nicht in der Tatsache begründet, daß es zu wenig davon gibt. Viele Brauereien haben noch Kapazitäten frei. Der Grund liegt in den allzu hohen Distributionskosten und in der begrenzten Haltbarkeit. Gerade die besten Bieren haben eine Mindesthaltbarkeitsdauer von nur 3 Monaten. Da verbietet es sich, diese Biere in einem indirekten Vertriebskanal irgendwohin zu verkaufen, wo man als Erzeuger keine Kontrolle über den Abverkauf hat und seinen guten Ruf riskiert, weil das Bier an Qualität verloren hat oder gar verdorben ist, wenn der Verbraucher Monate später die Flasche öffnet oder das Partyfaß ansticht. Siehe dazu unseren früheren Beitrag über die begrenzte Haltbarkeit als Alleinstellungsmerkmal.