Mittwoch, April 18, 2007

INTERVITIS INTERFRUCTA: Internationale Technologiemesse für Wein, Obst und Fruchtsaft.

Die Hersteller von alkoholfreien Getränken blicken optimistisch in die Zukunft: weltweit nimmt der Absatz zu – vor allem in den Märkten Osteuropas gibt es große Wachstumspotenziale für Wasser, Fruchtsaft, Schorle & Co. Auf der INTERVITIS INTERFRUCTA 2007 vom 22. – 26. April in Stuttgart steht die Produktion von Obst und Fruchtsaft ebenso im Mittelpunkt wie die Weinerzeugung und –vermarktung. Zu dem nur alle drei Jahre statt findenden Welt-Treff der Wein- und Fruchtsaftindustrie erwarten der Deutsche Weinbauverband und die Messe Stuttgart gemeinsam mit dem Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) als ideellem Träger rund 600 Aussteller und 40.000 Fachbesucher aus der ganzen Welt.

Diese können sich an den Ständen von Technologieführern wie Krones, KHS, Alfa Laval, Bucher, Defranceschi, Della Toffola, Begerow, Erbslöh, Pall, Velo oder Westfalia über sämtliche Aspekte der modernen Fruchtsaftproduktion informieren – von der Obstannahme bis zur Abfüllung, von der Getränkeanalytik bis zum Industriefussboden. Etwa zwei Drittel aller IVIF-Aussteller präsentieren Technologie und Know-How sowohl für die Wein- als auch für die Obst- und Fruchtsaftproduktion. Traktoren, Obstpressen und Sortieranlagen werden ebenso zu sehen sein wie Stahltanks, Filter, komplette Abfüllanlagen und Etikettiermaschinen.

Für die Experten der Fruchtsaftbranche und alle Interessierten der alkoholfreien Getränkeindustrie organisiert der VdF am Dienstag, 24. April, ein betriebswirtschaftliches Symposium, bei dem es in erster Linie um Verbesserungen beim Kosten-/Nutzenverhältnis in den Unternehmen geht. Konsequente Preisstrategien für die Fertigprodukte, kosteneffizientes Einkaufen und eine durchdachte Energiepolitik bilden wesentliche Grundlagen für den betriebswirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen. Der Europäische Fruchtsaftverband AIJN veranstaltet während der INTERVITIS INTERFRUCTA 2007 am 25. April seinen zweiten Workshop zum Thema Alicyclobazillus. Die bereits vorgenommenen Untersuchungen zu diesem Bazillus, der in Fruchtsäften vorkommen kann und dessen Entstehung noch teilweise ungeklärt ist, sollen dazu beitragen, dass wirksame Gegenmaßnahmen ergriffen werden können. Der Alicyclobazilles macht Fruchtsäfte ungenießbar, deshalb werden weltweit große Forschungsanstrengungen unternommen, und die AIJN hat sich hier an die Spitze des Prozesses gestellt.

Ähnlich wie beim Wein nimmt auch bei Obst und Fruchtsaft der weltweite Handel ständig zu. 30 Prozent der globalen Produktion von Früchten werden weiter verarbeitet zu Säften, fruchthaltigen Getränken und Wein. Traubensaftkonzentrat aus Chile zum Beispiel wird über tausende von Kilometern transportiert, um daraus etwa in Südostasien Traubensaft oder auch Wein zu produzieren. Weltweit werden jährlich rund 30 Milliarden Liter Fruchtsäfte, Fruchtnektare und fruchthaltige Getränke mit hohem Fruchtanteil erzeugt, mit einem Gesamtwert von 30 Milliarden US-Dollar. Die wichtigsten Länder sind dabei Brasilien, die USA, Deutschland, Frankreich, England, Spanien, Italien, China und Japan. Da Fruchtproduktion und Hauptverbrauchsgebiete oft weit voneinander entfernt sind, kommt dem Handel im Fruchtsaftbereich eine immer wichtigere Rolle zu: beim Orangensaft entfallen bereits mehr als 50 Prozent auf ihn, beim Apfelsaft etwa 25 Prozent. Mehr als 50 Prozent der jährlichen Produktion von 2,6 Millionen Tonnen Orangensaftkonzentrat kommen aus Brasilien, weitere gut 40 Prozent aus den USA.

Da trifft es die Industrie umso härter, wenn – wie in den vergangenen 15 Monaten der Fall – aufgrund stark rückläufiger Produktionsmengen in Brasilien die Preise für Orangensaftkonzentrat um 180 Prozent(!) gestiegen sind. Dennoch wird beim weltweiten Konsum wohl auch in Zukunft Orangensaft auf Platz eins bleiben. Gerade die Märkte in Fernost und Osteuropa bieten enorme Wachstumspotenziale, während in Deutschland der Verbrauch auf hohem Niveau stagniert. Mit knapp 40 Liter Fruchtsaft und –nektar pro Kopf sind die Deutschen "Weltmeister", der Durchschnittsverbrauch innerhalb der EU liegt bei gut 25 Litern. Die Deutschen haben auch bei der Produktion die Nase vorn. 429 der etwa 650 Fruchtsafthersteller innerhalb der EU sind deutsche Firmen, auf sie entfallen 7.500 von 21.600 Arbeitsplätzen und knapp die Hälfte des Gesamtumsatzvolumens von acht Milliarden Euro.

Sehr viele der deutschen Fruchtsaftbetriebe haben in Baden-Württemberg, Heimat der INTERVITIS INTERFRUCTA, ihren Sitz. Dies verwundert nicht, kommen doch alleine 40 Prozent aller deutschen Äpfel aus dem Südwesten, wo das milde Klima den Anbau fast aller gängigen Obstsorten erlaubt. Nicht nur die Obst- und Safterzeuger aus Baden-Württemberg setzen bei der Erschließung neuer Märkte stark auf die osteuropäischen Staaten. In Russland zum Beispiel ist der Prokopf-Verbrauch von Fruchtsäften und –nektaren in den vergangenen zehn Jahren von 3,2 auf 18,3 Liter gestiegen, in der Ukraine von 2,2 auf 12,9 Liter und in Polen von8,2 auf 22,7 Liter. Im Verhältnis dazu haben die beiden neuen EU-Länder Bulgarien (9,8 Liter) und Rumänien (4,6 Liter) noch einiges aufzuholen. Auch aus diesen beiden Staaten werden mehrere Fachbesucher-Delegationen zur INTERVITIS INTERFRUCTA 2007 in Stuttgart erwartet. Die Technologie- und Knowhow-Börse in der Heimat von Mercedes, Bosch und Porsche entwickelt sich seit Jahren immer stärker zu einem Treffpunkt der osteuropäischen Wein- und Fruchtsaftproduzenten. Aus diesem Grunde wird es auch am ersten Messetag, dem 22. April, ein Europa-Symposium geben, zu dem mehrere Minister und Staatssekretäre aus den neuen EU-Ländern erwartet werden.

(Quelle: Pressemitteilung der Messe Stuttgart).