Montag, April 30, 2007

Mindestbestellmengen.

Mindestbestellmengen oder Liefergebühren, die berechnet werden, wenn eine bestimmte Liefermenge oder Wert der Lieferung unterschritten wird, sind Kunden ein Ärgernis. Als Kunde mit betriebswirtschaftlichen Grundkenntnissen kann ich zwar nachvollziehen, wenn ein Lieferant nur kostendeckende Aufträge akzeptieren möchte. Aber manchmal stoßen mir solche Preismodelle bei unseren Lieferanten auch auf:
  • So hat vor kurzem die Kaffeerösterei Burkhof einen Aufschlag eingeführt, wenn eine Mindestlieferwert von 100 Euro unterschritten wird. Eigentlich sind wir davon nicht betroffen, weil wir erheblich mehr geliefert bekommen. Aber Burkhof bietet den ungewöhnlich guten Service, daß deren eigener Lieferdienst uns besucht und dann selbständig die Liefermenge festlegt, also unsere Regale selbständig auffüllt, was mir die Arbeit des Bestellens erspart. Ich habe deshalb angewiesen, daß wenn er falsch disponiert hat und aus der letzten Lieferung zu viel auf Lager ist, er dennoch wenigstens für 100 Euro auffüllt. Burkhof hätte meines Erachtens, statt eine generelle Regelung einzuführen, in unser Kundenkonto (wir sind seit über 20 Jahren dort Kunde) geschaut und mich mit dieser Neuregelung nicht behelligt.
  • Ein Getränkefachgroßhändler hat vor einiger Zeit eine n Aufschlag eingeführt, wenn weniger als 15 Gebinde bestellt werden. Auch das trifft mich in der Substanz wenig. Es ist nun aber nicht besonders schlau, einen solchen Aufschlag an der Anzahl der Gebinde festzumachen. Ein Gebinde kann eine Kiste mit sechs Flaschen Saft sein aber auch ein 50-Liter-Fass mit Bier. Die Neuregelung hat dem Getränkefachgroßhändler gleich Ärger eingebracht. Ein Kollege, der wöchentlich über 10 Fässer Bier bestellt, war erzürnt, weil er trotz dieser wertmäßig großen Liefermenge befürchtet hat, einen Aufschlag zahlen zu müssen.
Auch der Kollege vom "Aus dem Leben eines Pizzalieferdienstes" berichtet aus der Sicht des Lieferanten über ein Streitgespräch mit einem Kunden über seine Mindestbestellmenge: "Ich Chef! Du...".

Nun kann ich in diesem Fall auch die Haltung des Kunden nachvollziehen. Er argumentiert damit, daß er häufig bestellt und im Durchschnitt den Mindestbestellwert übertrifft. Was kann man als Lieferant in solchen Fällen machen, um im Geschäft zu bleiben, ohne drauf zu zahlen?
  • Man kann ein Konto dieses Kunden führen und vorab geführte Liefergebühren erstatten, wenn in einer Periode die Mindestbestellmenge im Durchschnitt überschritten wird, bzw. Liefergebühren nachträglich berechnen, wenn die Mindestbestellmeng im Durchschnitt unterschritten wird.
  • Man kann eine Pauschale per Monat oder Jahr vereinbaren, die der Kunde unabhängig von seinen Bestellungen zu zahlen hat. Dafür kann er so wenig bestellen wie er will, ohne mit weiteren Liefergebühren belästigt zu werden, evtl. begrenzt auf eine Lieferung pro Tag. Amazon hat so etwas ähnliches in den USA eingeführt für 79 US-Dollar pro Jahr: Amazon Prime.