Samstag, Mai 05, 2007

Pizza fuer Pesos.

Pizza Patron eine amerikanische Restaurant-Franchise-Kette und die erste Latino-Pizza-Marke, die 1986 in Dallas, Texas, gegründet worden ist, hat im ersten Quartal 2007 ihren Umsatz um 38,4 Prozent steigern können. Man hat Anfang des Jahres 2007 einfach die mexikanische Währung neben dem US-Dollar als Zahlungsmittel akzeptiert. In einer Pressemitteilung wird diese Entscheidung erläutert:
""Many of our customers travel back and forth to Mexico regularly, and sometimes they end up with pesos left over," said Ernesto Alonso Hernandez, director or restaurant operations for Pizza Patrón Inc. "We have always welcomed our people, and now we also welcome the currency of our homeland. We want to make Pizza Patrón a better choice for our customers than any of our competitors."

The program will be supported by in-store graphics and displays that feature the flag of Mexico as well as the message 'Bienvenido Paisano' (Welcome Countrymen). Pizza Patrón is the only national pizza franchise to offer a 15-inch large ready now pizza for $4.99, part of their Lista® (ready now) line of menu items. The brand has always been committed to providing an affordable family meal, and now makes it even more convenient with the acceptance of Pesos!"
Dieses im Grunde einfache Idee wurde von den Gästen als Alleinstellungsmerkmal akzeptiert und per Mundpropaganda weiterverbreitet. Die Reaktionen reichten von begeisterten Zuschriften bis hin zu Hass-Mails: "'Pizza for Pesos' Restaurant Chain Sales Soar", in: Fox News vom 4. Mai 2007. Im März 2007 erhält Pizza Patron eine Auszeichnung des Multicultural Business Council.

Interessant ist auch, daß trotz des Umsatzanstiegs um 34% nur 10% mit Pesos bezahlt haben. Offensichtlich basiert der Erfolg dieser Marketingmaßnahme nicht so sehr darauf, daß man tatsächlich mit Pesos zahlen kann, als auf der damit verknüpften Botschaft, besonders kundenfreundlich zu sein.

Unternehmensgründer ist Antonio Swad. Er begann seine Karriere als Tellerwäscher eines Steak-Restaurants im Alter von 15 Jahren. Noch als Jugendlicher arbeitete er in einem Team mit, daß reihenweise Betriebe eröffnete. Mit 21 wurde er Geschäftsführer eines Betriebs. 1986 zog er nach Dallas und eröffnete dort seine erste Pizzeria. 1994 entwickelte er ein weiteres Konzept "Wingstop", das er 2003 verkaufte, um sich auf seine Pizzeria-Kette zu konzentrieren und als Franchise-Geber zu fungieren. Mittlerweile gibt es 63 Outlets.

Zum Hintergrund: Der Anteil der Hispanics in den USA wächst stark. Neben den offiziell in den USA lebenden Hispanics, die vor allem aus Mexico stammen, besteht das Gros der illegal in den USA lebenden Menschen aus Mexikanern. Ob die spanische Sprache als eine Art zweiter Staatssprache akzeptiert werden soll, ist umstritten. Der Hispanier Bill Richardson hat gute Chancen, nächster amerikanischer Präsident zu werden. Siehe dazu auch: "Who we are" von Samuel P. Huntington. Dieses Buch enthält die Ergebnisse eines Seminars, das im Frühjahr 2002 an an der Harvard Universität zum Thema "Who Are We? Issues of American National Identity" durchgeführt worden ist. Es ging um ethnische, rassische, kulturelle und ideologische Konzepte der amerikanischen Identität, die Beziehung zwischen nationaler und den anderen Identitäten, die gegenwärtigen Debatten über nationale Identität, Einwanderung, Assimilation und anglo-spanischen Bikulturismus, Amerika als außergewöhnliches oder unverselles Land und die Auswirkungen verschiedenen Konzeptionen nationaler Identität auf die internationale Rolle der USA.