Montag, Mai 07, 2007

Sex sells.

Migrosmodels ist die Idee des Schweizer Handelsriesen Migros bzw. von Peter Brönnimann von der Spillmann/Felser/Leo Burnett AG", die mehrere aktuelle Trends und etablierte Marktingideen ausnützt:
  • Sex sells und seien es auch nur Bilder von nackter Haut und Videos mit leicht bekleideten Menschen. Siehe dazu auch unseren früheren Beitrag "Bauern und Studenten nackt und ungehemmt".
  • Amateur-Modells mit ihren nicht ganz so perfekten Körpern bringen Bekleidungsartikel glaubwürdiger rüber als professionelle Models. Sie sind auch nicht ganz so teuer.
  • Casting Shows laufen zumindest im Fernsehen immer noch, egal ob für schlechte Sänger, dürre Modells oder mit Kost und Logis für Hartz-IV-Empfänger.
  • Der Begriff "Communitities" hat einen guten Klang und läßt sich so kommerziell mißbrauchen, auch wenn die Mitglieder eigentlich wenig gemeinsam haben und untereinander nicht kommunizieren.
  • Mesnchen wollen mitmachen, abstimmen, kommentieren, E-Mails schreiben, Themen finden, mit denen sie mit ihren Freunden und Bekannten reden können ("Web 2.0").
Mehr darüber: "Supermarkt bietet E-Mail-Kontakt zu Unterwäsche-Models", in: Spiegel vom 5. Mai 2007.

Kritisch, vor allem zu technische Details, äußert sich: "migros: e-mail kontakt zu dessous-models", in: henusode-blog vom 7. Mai 2007.

Was hätte man besser machen können (aus der Sicht von Migros):
  • Man hätte sich an eine vorhandene Community wenden können, die in der Schweiz in der Alterszielgruppe gut vertreten ist, z.B. StudiVZ. Dort hätte man in Absprache mit den Betreibern verkündet, daß sich Mitglieder (aus der Schweiz) als Migros-Modell bewerben können.
  • Die Bewerbungen hätte man von den Mitglieder bewerten bzw. auswählen lassen.
  • Die Auserwählten bekommen Bekleidungsartikel geschenkt mit der Maßgabe, daß sie Bilder und Videos von sich, bekleidet mit diesen Klamotten, hochladen.
So in etwa organisiert, hätte man nicht mehr Mundpropaganda bewirkt und Kosten gespart, sondern auch mehr Reichweite erzielt. Ein Beispiel, wo es besser gemacht worden ist: "Hotel Bed Jumping".