Samstag, Mai 12, 2007

Werbefinanzierte Erloesformen im Gastgewerbe.

"Folglich sind Online-Marketing (und alles, was dazugehört) und Retail (zum Beispiel Flagship-Stores) die beiden Wachstumsfelder der nächsten Jahre, Offline-Marketing hingegen eher nicht."
schreibt Martin Recke in seinem Posting "Wackelnde Hackordnung", in: Fischmarkt vom 11. Mai 2007.

Profitieren wird meines Erachtens davon auch das Gastgewerbe. Gastgewerbliche Betriebe bieten wie der Einzelhandel vielfältige Kontakte zu Gästen, die aufgrund ihrer Alterstruktur und Konsumverhaltens im Kern des Interesses zahlreicher Unternehmen stehen. Doch die Möglichkeiten, sich Leistungen und Nebenleistungen durch Dritte bezahlen zu lassen, werden meist noch unzureichend genutzt. Werbefinanzierte Erlösformen haben den Vorteil, daß Informationen und Transaktionen kostenlos zur Verfügung gestellt werden können. Doch sie werden von den Gästen nur teilweise und nur in begrenztem Umfange akzeptiert. Die Höhe der Erlöse, die aus Kontakten erzielbar ist, hängt stark von der Anzahl der Besucher und anderen Kontakten (z.B. Sichtkontakten von Passanten) ab.

Werbefinanzierte Erlösformen lassen sich einteilen in:
  • Sponsoring / Vermietung. Das gastronomische Objekt wird ganz oder teilweise, vorübergehend oder dauerhaft, regelmäßig oder unregelmäßig einem externen Veranstalter zur Verfügung gestellt.
  • Vermietung von Werbeflächen (Speisekarten, Außenwerbung, T-Shirts der Mitarbeiter, Tischsets, Flyer, "Untervermietung" von Werbung in Printmedien, Werbung auf Websites, Anzeigen in Newslettern und Direktmail-Aktionen, Werbung im Namen der Gaststätte usw. Die im September 2000 eröffnete und von der Leserschaft der Washington Post im Juli 2001 zum besten neuen Restaurant gewählte E-Citi Café & Bar in Tysons Corner Virginia erlöst pro Jahr rund 100.000 Euro für die Vermietung ihrer 13 Meter hohen Wände als Werbeflächen an 28 lokale und nationale Firmen vor allem aus der Technologiebranche (Quelle: Impulse Oktober 2001, S. 106). Um den Betrag von 100.000 Euro zu relativieren, muß man sich aber auch die Größe des Objektes vergegenwärtigen (siehe eine Bildergalerie). Zur Platzierung von Fremdwerbung eigenen sich aber auch Getränkeuntersätze, Pizzakartons, Dönertaschen, Sushi-Eßstäbchen, Zuckerbeutel, Tischsets und vieles mehr. Siehe dazu die Schweizer Firma Fairline mit ihren "below the line"-Sonderwerbeformen (Ambient Media).
  • Vermittlungsprovisionen, z. B. Vermittlung von Übernachtungsgästen durch Restaurants ohne eigene Übernachtungskapazitäten, Vermittlung von Mitgliedern für Fitness-Studios, von Neukunden für andere Dienstleister und Einzelhändler, Winzer usw.
Siehe dazu: "Erlöse im Gastgewerbe: Erlösquellen und Preispolitik".

Fischmarkt ist das Blog der SinnerSchrader AG, einer führenden E-Business-Werbeagentur Deuschlands mit Sitz in Hamburg mit den Geschäftsbereichen Entwicklung von E-Business-Anwendungen, Interaktive Markenführung, Online-Media, Systembetrieb, Web Mining-Analyse.