Sonntag, Juli 29, 2007

Rauchverbot: Die Gastronomen werden von Politik und Verbaenden allein gelassen.

Das in einigen Bundesländern bereits zum 1. August 2007 (Baden-Württemberg und Niedersachsen) drohende gesetzliche Rauchverbot in der Gastronomie führt zur Verwirrung bei den bedauernswerten Kollegen in diesen Bundesländern. Für Rheinland-Pfalz war bislang von Herbst 2007 die Rede. In einer Meldung der Allgemeinen Zeitung Bad Kreuznach vom 29. Juli 2007 (" Rauchverbot soll Anfang 2008 in Kraft treten") ist hingegen zu lesen, in Rheinland-Pfalz solle das Rauchverbot auch erst zum 1.1.2008 in Kraft treten. Eine tabellarische Übersicht (PDF) über die in den einzelnen Bundesländern vorgesehenen Regelungen bietet das Fachportal Gastrotel.de zum Download an.

Die bloggenden Kollegen können ihren Ärger wenigstens veröffentlichen: "Rauchverbot -Chaos", in: Jürgens Radrenn-Blog.

In meinem Bamberger Café Abseits bin ich zwar voraussichtlich erst zum 1. Januar 2008 betroffen, es sei der designierte kommende bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein, persönlich ein Gegner dieses Gesetzes, zieht die Reißleine. Ich werde aber wegen meiner deutlichen Worte von einer Vielzahl von Spinnern vor allem per E-Mail behelligt. Gegen sachliche Diskussionen habe ich wirklich nichts einzuwenden, ich würde mich sogar über neue Argumente freuen. Doch davon ist wenig zu lesen. Stattdessen erreichen mich Texte wie dieser
"spätestens in der letzten Gerichtsinstanz werden die Richter dann dafür sorgen, dass das Wischi-Waschi-Gesetz, wenn es denn eins wäre, wasserdicht gemacht wird.

Wenn es sein muss, werde ich diesen Weg gehen - und seien Sie sicher, die Hintertürchen werden dichtgemacht."
Der Schreiber hat sich zuvor inhaltlich über meinen Hinweis aufgeregt, daß das Hausrecht des Gastronomen auch das Recht beinhaltet, nörgelnde Nichtraucher vor die Tür zu setzen. Die Bezeichnung "Nichtraucherschutzgesetz" hat wohl bei den fanatischen Anhängern eines Rauchverbots die Illusion erweckt, die Gastronomie müsse sie willkommen heißen, sie dürften sich ungefragt dort breit machen und andere Gäste vertreiben. In Wirklichkeit sind Quängler schlichtweg unsympathisch und überall ungern gesehen. Irgendwie erinnern sie mich an kleine Kinder, die weil sie nicht mitspielen dürfen, andere Kinder beim Lehrer verpetzen.