Dienstag, November 20, 2007

Unschuldslamm.

Umsatzrückgänge in Folge des Rauchverbots in der Gastronomie sind vorhersehbar gewesen. Doch die dieses Verbot initierenden Politiker haben sie wider besseres Wissen bestritten. Jetzt, nach Einführung des Rauchverbots z.B. in Baden-Württemberg, wo die Umsätze einbrechen, entziehen sie sich ihrer Verantwortung.

Der Gastronom Manuel Altunkaya vom Merlin in Heidelberg hat dem SPD-Bundestagsabgeordneten Lothar Binding , einen der heftigsten Verfechter eines gesetzlichen Rauchverbots, im Forum Abgeordentenwatch.de sein Leid geklagt:
"Ich bin Gastronom in Heidelberg, ich betreibe unter anderem auch das Café Restaurant Merlin in der Bergheimer Straße (ist Ihnen vielleicht bekannt), die Umsätze sind um 20% zurückgegangen wegen dem Rauchverbot im Merlin!"
Doch Lothar Bindung versucht sich seiner Verantwortung Verantwortung für die Existenzbedrohung dieses Kollegen und mit ihm vieler anderer zu entziehen:
"Eine dauerhafte Umsatzeinbuße, wie von Ihnen angegeben, sollte sich nicht mit dem Gesetz zum Schutz vor Passivrauchen begründen lassen. Jedenfalls ist eine solche Umsatzeinbuße ein absolutes Drama. Vielleicht gibt es andere Gründe, mit denen sich diese Entwicklung erklären lässt. In anderen Ländern hat sich gezeigt, dass der in Folge des Rauchverbots festzustellende Umsatzrückgang nur von kurzer Dauer ist. In Häusern, in denen Speisen angeboten werden, hatte sich der Umsatz schon nach wenigen Monaten über das vor dem Rauchverbot liegende Maß entwickelt. Hoffentlich stellen wir das auch in Ihrem Haus fest."
Und überhaupt wird dem Kollegen unterstellt, er sei zu blöde, den aktuellen Umsatz mit dem Vorjahresumsatz zu vergleichen:
"Natürlich haben Sie große Umsatzanteile auch im Außenbereich erzielt, was ich mit einer gewissen Regelmäßigkeit selbst feststellen konnte, sodass nun, da es auch in Heidelberg kälter wird, mit Umsatzrückgang zu rechnen ist, denn der Außenbereich ist ja bei Ihnen sehr groß. Insofern ist die Ursachenanalyse des Umsatzrückgangs nicht ganz einfach, und eine monokausale Betrachtung führt uns fehl."
Siehe auch einen früheren Beitrag von mir über Lothar Binding: "Würstchen".