Donnerstag, Dezember 27, 2007

Des Spiegels Dollar-Tick.

"Google verprellt Blogger mit Dollar-Trick", in: Spiegel vom 25. Dezember 2007.

Google würde nur dann von einer Dollarabwertung profitieren, wenn zwischen dem Zeitpunkt, an dem die Inserenten per Google Adwords ihre Anzeigen in Euro zahlen, und dem Zeitpunkt, an dem die Affiliates von Google Adsense ihre Beteiligung an den Einnahmen erhalten, der US-Dollar an Wert verliert. Doch dies ist unwahrscheinlich, denn beide Abrechnungen (von Google AdSense und Google AdWords) erfolgen monatlich im Nachhinein. Google erhält die Umsatzerlöse aus Google Adwords im jeweils folgenden Monat. Die Affiliates von Google Adsense erhalten ihr Umsatzbeteiligung ebenfalls im Folgemonat. Es geht folglich, wenn überhaupt, nur um Kursgewinne aus der Kursänderung weniger Tage.

Änderungen des Werts von US-Dollar, ausgedrückt in Euro, sind historisch gesehen, aber eher als zufällig anzusehen und gehen mal in die eine, mal in die andere Richtung, zumindest gibt es keine Theorie, die diese Schwankungen gut erklärt. Wer sich vor dem geringen Währungsrisiko schützen möchte, kann sich theoretisch dagegen absichern. Ein solches Kurssicherungsgeschäft wäre aber angesichts der geringen absoluten Beträge, um die es geht (zumindest für den einzelnen Affiliate), des geringen Zeitabstands zwischen Insertion und Zahlung und dem in diesem Zeitintervall nur geringen Kursrisiko lächerlich.

Auch die Kritik an den Erlösen von Google AdSense für Affiliates geht daneben. Anzeigennetzwerke erfüllen den Zweck, freie Anzeigenflächen, die nicht teurer, etwa direkt, vermarktet werden können, pauschal loszuschlagen. Die damit zu erzielenden Erlöse liegen naturgemäß immer am unteren Rande der erzielbaren Einnahmen, denn für weniger Geld würde man direkt keine Anzeigen akzeptieren. Eine optimale Vermarktung von Anzeigenflächen erfolgt in zwei Schritten:
  • Möglichst viel teuer und direkt verkaufen.
  • Restflächen über ein Anzeigennetzwerk losschlagen.
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