Dienstag, Dezember 11, 2007

Thueringens Diskotheker sehen rot - klare Forderung nach Raucherraeumen.

Das erste Zusammentreffen der Fachgruppe Diskothek des DEHOGA Thüringen am 3. Dezember 2007 in Erfurt brachte die klare Ablehnung der Branche in punkto Rauchverbot zum Ausdruck. Vor allem zum Gesetzentwurf des Thüringer Nichtraucherschutzgesetzes gab es viel Diskussionsbedarf bei den Kollegen, da sie sich durch diesen in ihrer Berufsausübung massiv benachteiligt fühlen und mit hohen Umsatzeinbußen rechnen.

Die anwesenden Diskotheker forderten zum einen Nachbesserungen beim Entwurf des Thüringer Nichtraucherschutzgesetzes. Gefordert wird eine Änderung dahingehend, dass es auch Thüringer Diskotheken gestattet sein muss, Raucherräume einzurichten. Die Branche wies darauf hin, dass es sich bei ihrem Zielpublikum um junge, mobile Menschen handle, für die es kein Problem darstellt zum Feiern in die Disko des Nachbarbundeslandes zu fahren, wo das Rauchen in den Räumlichkeiten gestattet ist. Die Diskotheker sehen die Gefahr von Wettbewerbsbenachteiligungen durch das Nichtraucherschutzgesetz vor allem im Vergleich zu anderen Bundesländern, aber auch in Bezug auf die Vielzahl von Veranstaltungen in Dorfgemeinschaftshäusern, Sälen und Zelten, die teilweise auch ohne Genehmigung durchgeführt werden, wo eine Kontrolle und damit eine Durchsetzung des Rauchverbotes weder erfolgen kann noch wird.

Die Diskotheker zeigten sich enttäuscht von den bisherigen Umsetzungen zum Thema Rauchverbot. Besonders frustrierend ist für sie und ihre Gäste der Flickenteppich an unterschiedlichen Rauchverbotsregelungen in den einzelnen Bundesländern. Wenn der Gast im Rauchraum in einer hessischen Diskothek rauchen darf, warum darf er das nicht auch ein paar Kilometer weiter im benachbarten Thüringen. Die Diskobetreiber wiesen darauf hin, dass das Rauchverbot schon aus diesem Grunde den Gästen kaum vermittelbar sei.

Jeder Mensch wisse, was ihn erwartet, wenn er eine Disko betritt und nach wie vor ist der Diskobesuch eines der liebsten Freizeitvergnügen vor allem junger Menschen. Die Gäste entscheiden sich bewusst für Spaß, Musik, Unterhaltung und Genuss und da gehört für viele eben auch Tabak- und Alkoholgenuss dazu. Doch durch die anstehende Gesetzesänderung sehen sich viele Betreiber in ihrer Existenz bedroht und die Diskothekenlandschaft steht vor den tiefgreifendsten Veränderungen der letzten Jahre. Hier zeigen erste Umfragen aus Baden-Württemberg und Niedersachsen ganz klar die negativen Folgen des Rauchverbotes für Gastronomen, Kneiper und eben auch Diskotheker.

Auch die Themen Flatrate-Parties und Jugendschutz sowie Urheberrechte und GEMA-Gebühren waren weitere Schwerpunkte der Sitzung, bei der etwa 30 Kollegen anwesend waren. In Türringen gibt es knapp 100 Diskotheken.

(Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Thüringen).

Über die Gründungsversammlung der Fachgruppe Diskotheken in der DEHOGA Thüringen siehe auch einen ausführlichen Bericht in der Tageszeitung "Freies Wort" vom 11. Dezember 2007: "'Dann gibt es statt der Disco ein Kneipen-Dorf'".