Dienstag, Januar 08, 2008

Optisch geschlossene Raeume.

In dem Artikel über die Einhaltung des Rauchverbots in München "Kampf bis zur Konzession", in: Focus vom 7. Januar 2008, wird Klaus Kirchmann vom Münchener Kreisverwaltungsreferats mit den Worten zititert:
"optisch geschlossene Räume, sogenannte Einhäusungen, sind nicht erlaubt."
Nun fällt es tatsächlich schwer, festzulegen, was denn überhaupt "geschlossene Räume" sind. Deshalb freue ich mich diesen überaus kreativen Beitrag, die Diskussion darüber mit der Schaffung einer neuen Kategorie zu erweitern. Leider wird nicht ausgeführt, was denn "optisch geschlossene Räume" von "geschlossenen Räumen" unterscheidet. Sind sie ein Spezialfall von "geschlossenen Räumen", etwa solchen, bei denen man nicht durch die Raumöffnungen ins Freie schauen kann (etwa mit Türen aus Holz und mit Vorhänge vor den Fenstern)? Oder sind damit Räume gemeint, die eigentlich gar nicht geschlossen sind, aber einem naiven Mitarbeiter es Kreisverwaltungsreferats auf den ersten Blick als geschlossen erscheinen? Unahbängig davon kennt das bayerische "Gesundheitsschutzgesetz" (PDF), in dem das Rauchverbot in der Gastronomie verankert ist, nur den Begriff des "Innenraums" und verbietet das Rauchen in Innenräumen, soweit sie öffentlich zugänglich sind:
"Art. 3 Rauchverbot (1)

(1) Das Rauchen ist in Innenräumen der in Art. 2 bezeichneten Gebäude, Einrichtungen, Heime, Sportstätten, Gast-stätten und Verkehrsflughäfen verboten..."
"Optisch geschlossene Räume" sind eine eher lächerliche Erfindung des Münchener Kreisverwaltungsreferats. Auch die Erläuterung "Einhäusungen" hilft nicht weiter. Darunter versteht man etwa mit Spanplatten beplankte Trägerkonstruktionen etwa aus Stahl wie sie typischerweise für Lager- und Büroerweiterungen verwendet werden.

Siehe auch meinen früheren Beitrag "Wann ist ein Zelt ein Zelt?".