Donnerstag, Januar 10, 2008

Ziviler Ungehorsam gegen das Rauchverbot in der Gastronomie - bundesweit.

Wohin man auch blickt. Deutschlandweit scheißen viele Gastronomen ganz einfach auf das gesetzliche Rauchverbot. Sie wissen, die Bundesländer haben den Kommunen die Verantwortung und die hohen Kosten der Kontrolle auferlegt; die Gemeinden ihrerseits entziehen sich diesem Schwarzen Peter, in dem sie einfach nichts tun. Nur wenige Ausnahmen bestätigen diese Regel.

Ich habe mich in den letzten Tagen in meiner Heimatstadt Bamberg umgesehen. Wir selbst haben natürlich, selbstredend, staatstreu - ich schwör' es beim Leben von Franz-Josef Strauß - in unserem Bamberger Café Abseits die gesetzlichen Vorgaben radikal umgesetzt und würden, wenn ein Gast rechtswidrig rauchen würde, sofort die Polizei alarmieren. Doch das ist gottseidank bisher an keinem Tag des neuen Jahres und in keinem einzigen Fall notwendig geworden. Auch die Bamberger Gaststätte "Pelikan" scheint das Rauchverbot rigoros umzusetzen. Ansonsten habe ich - zumindest in den von mir besuchten Gaststätten; zugegebenermaßen nur einem kleinen Teil der rund 300 Bamberger Gaststätten - es überall rauchen sehen. Namen nenne ich natürlich keine, denn ich kann die Kollegen gut verstehen.

Was in anderen Städten los ist, kann ich nur in Zeitungsmeldungen ablesen. Ein paar Beispiele des zivilen Ungehorsams, mehr oder weniger zufällig in den Zeitungen dieser Republik aufgeschnappt:
  • "Drei Mal 40 Euro: Eppingen hat erste Bußgelder kassiert", in: Heilbronner Stimme vom 11. Januar 2008:
    "Doch solange Gäste nicht als Zeugen zur Verfügung stehen, könne die Stadt nichts unternehmen, zeigt Brenner das Dilemma auf. Ähnlich die Erfahrungen in der zweiten Großen Kreisstadt im Verbreitungsgebiet, Bad Rappenau. Nach Beschwerden habe es Gespräche mit den betroffenen Wirten gegeben, sagt Ordnungsamtsleiter Roland Deutschmann. Die Erfolge waren unterschiedlich."
  • "Rauchverbot: Erste Anzeige gegen Gastwirt", in: Ebersberger Zeitung vom 11. Januar 2008:
    "Sattdessen gab es dann eine Anzeige bei der Polizei, die mit einer Doppelstreife im Gasthaus erschien. Bis zum 15. Februar, so sei ihm beschieden worden, passiere noch nichts. Großzügige Schonfrist."
  • "Rauchverbot: Erster Einsatz für Ordnungsamt und Polizei", in: HL Live vom 11. Januar 2008:
    " In einer Gaststätte im Marliring 74 eskalierte die Situation. Die Polizei musste zur Unterstützung anrücken.

    Dort waren gegen 20 Uhr in einer Kneipe mehrere rauchende Gäste vom Ordnungsdienst angetroffen worden, die sich weigerten, ihre Personalien anzugeben. "Die Stimmung war sehr angespannt, die Gäste mit der Maßnahme nicht einverstanden", notiert der Polizeibericht. Die Polizei wurde zur Unterstützung angefordert."
  • "Der Kampf für den blauen Dunst", in: Focus vom 10. Januar 2008:
    "Der Widerstand gegen das Rauchverbot hat bundesweit vielfältige Formen angenommen."
  • "Eine Woche Rauchverbot: Von Clubs, Listen und Zigarettenautomaten... ", in: Swex vom 11. Januar 2008:
    "Das "Odeon" am Bergl nennt sich jetzt "Club Odeon" und lässt fröhlich weiter rauchen."
  • "Rauchverbot: Paulaner derbleckt CSU - Beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg darf gequalmt werden", in: Münchener Merkur vom 9. Januar 2008:
    " Paulaner will beim Starkbieranstich das Rauchen erlauben - eine Provokation für die versammelte Polit-Prominenz, die jüngst gegen den Protest der Wirte ein striktes Rauchverbot durchsetzte. CSU-Politiker erwägen nun, der Veranstaltung fernzubleiben."
    Es macht fai nix, wenn Arschlöscher zu Hause bleiben!